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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001

Aktuelle Einträge:

18.03.2013 n-tv.de, "Opposition wählt Regierungschef. Deutscher könnte Syrien führen", von n-tv.de, ppo/dpa
http://www.n-tv.de/politik/Deutscher-koennte-Syrien-fuehren-article10320586.html In diesem Artikel geht es oberflächlich um Syrien, hauptsächlich aber darum, wie Israelkritiker aus dem Diskurs herausgehalten werden und wie ihnen ein neuerlicher Zutritt verweigert wird. Unter dem Foto des Politikers steht: "Karsli hatte im April 2002 der israelischen Regierung vorgeworfen, mit 'Nazimethoden' gegen die Palästinenser vorzugehen." Eine "unrühmliche Vergangenheit" nennt n-tv.de das. Es ist bemerkenswert, dass deutsche Leitmedien Jamal Karsli auf ein Zitat über den Militärangriff auf das Flüchtlingslager in Jenin vor elf Jahren reduzieren, als hätte er das Wort "Nazimethoden" auf T-Shirts drucken und bis heute neu auflegen lassen.

Unten im Artikel wird der Vorwurf wiederholt und vertieft: "Nach scharfer Kritik an Israel war der gebürtige Syrer bei der Partei wegen antisemitischer Äußerungen in Ungnade gefallen." Hier zeigt das Medium, wie Israelkritik zum Antisemitismusvorwurf führt, was potenzielle Israelkritiker abschrecken kann oder soll. Es geht weiter: "Karsli hatte der israelischen Regierung vorgeworfen, mit 'Nazimethoden' gegen die Palästinenser vorzugehen. Daraufhin warf ihm der Zentralrat der Juden in Deutschland vor, 'antisemitische Verschwörungstheorien' zu verbreiten."

Was lernen wir daraus? Lieber nicht Israel kritisieren! Denn dann werden wir bestraft. Von denen da oben. Von denen, die gern von ihrer eigenen unrühmlichen Vergangenheit ablenken. Damit ist nicht die Nazizeit gemeint, sondern die mediale und politische Unterstützung des fortwährenden Unrechts in Israel und Palästina, wo nur eine Seite eine Armee hat und wo nur eine Seite der anderen Land und Bürgerrechte wegnimmt. Israel hat so viele und schwer wiegende Brüche des internationalen Rechts und der Menschenrechte begangen, dass es nicht möglich ist, diesen Armee-Staat argumentativ zu rechtfertigen. Also werden Kritiker mit unfairen Mitteln aus dem Diskurs ausgeschlossen, so wie n-tv.de es hier beispielhaft zeigt.

Übrigens: Vergleiche mit der Nazizeit sind im Wesentlichen deshalb tabu, weil diese Epoche aus der Weltgeschichte herausgehoben wurde, wohl um einen Schlussstrich zu ziehen. Wenn nämlich etwas unvergleichlich und isoliert ist, dann kann man weder sinnvoll darüber sprechen, noch sich damit auseinandersetzen. Stattdessen werden wir mit Antisemitismusartikeln und hohlen Bekenntnissen gefüttert, die unschwer als verlogen zu identifizieren sind. Leider machen die meisten Konsumenten da mit, sei es aus Gleichgültigkeit oder aus Angst. Andere haben genug davon und arbeiten am Paradigmenwechsel. Wenn Unrecht Recht wird, wird Widerstand Pflicht. Ist nun mal so.

Eine Medienkritik von Anis Hamadeh (29.03.2013)

Oded Netivi über Facebook: Zwar hast du natürlich recht Anis, aber du hast versäumt einzuflechten, dass inzwischen sogar israelische Persönlichkeiten aus dem engsten Zirkel der Macht, Leute, die es sicherlich genau wissen müssen und denen man definitiv kein antiisraelisches Agieren vorwerfen kann, dasselbe sagen: dass sich die israelische Armee in den besetzten Gebieten heute genau so verbrecherisch verhält, wie die Wehrmacht damals in Polen, Holland oder Frankreich. Es sind nämlich die ehemaligen Direktoren des Mossads, die sich nicht schämen vor laufender Kamera genau Dieses festzustellen. Siehe Film "Töte zuerst - der israelische Geheimdienst". In "Töte zuerst" kommen zum ersten Mal sechs ehemalige Chefs des israelischen Geheimdiensts Schin Bet zu Wort zu erzählen von ihrer Arbeit.
Anis Hamadeh: Vielen Dank für die wichtige Ergänzung. Ich habe das im Text nicht hervorgehoben, weil es mir nicht darum ging, Vergleiche zu rechtfertigen. Als Hintergrundinfo gehört dieser Aspekt allerdings ganz sicher dazu.
Oded Netivi Noch eine Ergänzung: "Um uns gut auf die folgende Schlacht vorzubereiten", sagte letzthin einer der Kommandanten der Armee in den besetzten Gebieten, "ist es gerechtfertigt und sogar nötig, von jeder Quelle zu lernen. Wenn das Ziel die Eroberung eines dicht bevölkerten Flüchtlingslager ist, oder der Kassba von Nablus, und die Pflicht des Kommandanten die Erfüllung dieses Ziels ohne Opfer, dann muss er zuerst Konsequenzen früherer Schlachten analysieren und sich einverleiben; auch - so grausam sich dies auch anhören mag - wie die deutsche Wehrmacht im Warschauer Ghetto agierte." Quelle: http://abumidian.wordpress.com/deutsch/haimhanegbi/


22.05.2012 br-online.de, "Humor ist, wenn man trotzdem lacht ..." von Richard C. Schneider
http://blog-admin.br-online.de/studio-tel-aviv/2012/05/22/humor-ist-wenn-man-trotzdem-lacht-2.html (Link 2014 nicht mehr aktiv) Darin: "Klar, diese Form des Witzes findet man nur auf der israelischen Seite. Werbung, Videos, Artikel, die sich lustig machen - über die Lage, über sich selbst, über die Araberů Kleine Momente, die es ermöglichen, kurz innezuhalten und sich klarzumachen, daß dieser toternste, blutige, entsetzliche Konflikt aus der Distanz gesehen völlig absurd ist. So auch ein Witz, den ich erst vor wenigen Tagen von einem israelischen Freund erzählt bekommen habe: "Stell Dir vor, wir haben Krieg mit dem Iran. Iranische Bodentruppen sind schon bis ins Westjordanland vorgedrungen und wir kämpfen mit unserer Armee gegen sie - erfolgreich, natürlich! Und so kommt es, daß ein israelischer Soldat zwei Gefangene macht: einen iranischen Soldaten und einen palästinensischen Kämpfer, der natürlich an der Seite der Iraner gegen uns gekämpft hat. Nun, der Soldat bekommt den Befehl, beide zu töten. Welchen tötet er zuerst: Den Iraner oder den Palästinenser? Antwort: Den Iraner. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!" Witze machen mit dem Irrsinn. Makaber? Möglicherweise. Aber immer schon ein (nicht nur jüdischer) Weg gewesen, mit der Brutalität des Lebens umzugehen. Da gibt es eine israelische Komikertruppe, Latma-TV, die ganz herrliche Persiflagen macht. Hier ein paar Beispiele: The three Terrors (in Anlehnung an die drei Tenöre, singen da "Ahmadinejad, Erdogan und Assad" http://www.youtub..." (...) Löst Humor die Probleme dieser Welt? Sicher nicht, weiß ja auch jederů. aber manchmal hilft Lachen. Selbst wenn es ein verzweifeltes Lachen istů". Email am 03.09.2012, Betreff: ARD im Keller angekommen: Liebe ARD, danke für Ihren Beitrag vom 22.05.2012 von Richard C. Schneider unten. So deutlich kann man selten unter den Logos von BR, ARD und Tagesschau sehen, zu was die deutschen Medien fähig sind. Einen solchen Grad an Verständnis für gravierende rassistische Äußerungen und Haltungen muss man erst einmal aufbringen können, Respekt! Immerhin verbreiten Sie diese Äußerungen ungefiltert weiter. Und das ist also Ihr ARD Hauptstadtstudio Tel Aviv, ja? Da kann man nur gratulieren. // Ich nehme den Fall in mein Kabarettprogramm "Der Palästina-Express" auf (www.anis-online.de/1/orient-online/palestine_express/0.htm ). Kommen Sie doch zum nächsten Auftritt in zwei Wochen mal vorbei! Am 16.09.2012 ab 16 Uhr in Bochum (Kulturbahnhof Langendreer). // Mal sehen, wie lange das noch online steht :-) Und wird es denn Konsequenzen für Herrn Bayerischer-Fernsehpreis-Schneider haben? Seien Sie bitte nicht zu streng mit ihm, er hat ja eigentlich nur Ihre eigene Politik auf den Punkt gebracht, Stichwort: Staatsräson. Außerdem ist der Text durchs Lektorat gerutscht, also hat Herr Schneider nicht allein Schuld. Er gedeiht nur in einem Klima. // "... aber manchmal hilft Lachen. Selbst wenn es ein verzweifeltes Lachen ist ..." - das ist echt der Hammer! // Bestes, Anis Hamadeh

Hausmitteilung 11.05.2012, Migration Medienschau Nahost
Seit einigen Jahren liegt die Medienschau aus verschiedenen Gründen brach. Das kann sich ändern. Wenn es sich ändert, ist es jedenfalls von großem Vorteil, wenn alle Seiten gut aufgeräumt sind. Bei der Gründung hatte ich mir leider das Wortmonster "mediendatenbank" als URL-Bezeichnung ausgedacht und das gefällt mir heute nicht mehr. Deshalb sind alle entsprechenden Seiten (etwa 100) jetzt umgezogen. Der Zeitpunkt erschien mir günstig. Sollten Sie eine dieser Seiten verlinkt haben, tauschen Sie sie bitte gegen die neue Adresse aus. Die Konzeption dieser Medienschau halte ich übrigens auch mit dem Abstand der letzten Jahre für effektiv und geeignet, positiv auf die Inselmentalität der Systemmedien einzuwirken.
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Pressezeit / Meet the Press


4. Henryk M. Broder. An Online Reflection (English)
4. Henryk M. Broder. Eine Online-Betrachtung
3. The Flowers Debate (English)
3. Die Blumendebatte
2. Die Kieler Nachrichten. Eine simultane Online-Kritik
1. The Sueddeutsche Zeitung. A Simultaneous Online Review (English)
1. Die Süddeutsche Zeitung. Eine simultane Online-Kritik



Studie: Der Antisemitismus-Vorwurf in kritischer Betrachtung (2004)

Die Medienschau Nahost ist 2001 aus den Statements hervorgegangen. Die Einträge der Medienschau betreffen meistens Zeitungsartikel von der tageszeitung (taz), der Süddeutschen Zeitung (SZ), der Frankfurter Rundschau (FR), Seiner Majestät dem SPIEGEL, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), dem Tagesspiegel (Tsp), der Welt, der ZEIT, der Bild, der jungen Welt (jW), dem Freitag, dem Neuen Deutschland (ND), Haaretz und der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Außerdem führt die Medienschau Nahost alle Neuveröffentlichungen auf Anis Online auf, die zum Thema gehören. Beim Relaunch 2006 wurden tote Links entfernt, umgeleitete neu verlinkt und solche, die zu kostenpflichtigen Archiven leiten, wurden deaktiviert, aber zitiert. Auch zu anderen Zeitungen sowie zu Medien wie Onlineportalen, Radio- und TV-Sendungen gibt es hier Kommentare und Analysen. Die meisten Texte sind auf Deutsch, einige auf Englisch. Geschrieben und gesammelt sind sie von Anis Hamadeh, dazu kommen einige Gastbeiträge, die per Email hereinkommen. Im Rahmen eines Medienbüros ist es möglich, die Datenbank systematisch zu erweitern. Vielleicht ergibt sich das einmal. Die Medienschau Nahost ist so aufgebaut, dass frühere Jahre leicht nachträglich gefüllt werden können. Ziel ist es, zu Dokumentationszwecken eine umfassende Datensammlung vorwiegend aus der Tagespresse zu erstellen.