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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
Pressezeit: Die Süddeutsche Zeitung
Eine simultane Online-Kritik von Anis Hamadeh, September 2004
PDF-Download hier: PDF "Pressezeit SZ, 26 S.
English Version
Inhalt:

Kapitel 1: Frontale und freie Öffentlichkeit - 02.09.04: Terror-Analyse? - 06.09.04: Herrschaftsfreie Debatte - Selbstanalyse - 07.09.04: Relativierung des Terrors? - 08.09.04: Wir und die anderen - 09.09.2004

Kapitel 2: - 10.09.2004: Projektionsfläche Terror - 11./12.09.2004: Leviathan - 13.09.2004: "Augen auf, Augen zu"- 14.09.2004: Die German Angst - 15.09.2004: Gott und Götter - 16.09.2004: Da da Didaktik - 17.09.2004: Abgeschottete Gemeinschaft - 18./19.09.2004: Be the Change you Want

Kapitel 3: 20.09.2004: Traumsequenz - 21.09.2004: Epilog



- Einleitung -

Es gibt Dinge, die angenehmer sind, als die Süddeutsche Zeitung zu analysieren. Chuck-Berry-Platten hören zum Beispiel. Oder in einem fremden Land über den Wochenmarkt spazieren. Oder im Winter Schlitten fahren. Es geht hier aber um die Süddeutsche Zeitung aus München. Die Aufgabe ist, diese Zeitung für eine Weile zu begleiten und zu beobachten. Früher war es ja so, dass man kaum auf Augenhöhe mit einer Zeitung diskutieren konnte. Wo hätte man das tun sollen? Klar, man konnte sich im Park auf eine Kiste stellen, allerdings hätte das die Presse vermutlich nur mäßig beeindruckt. Man kann seine Meinung natürlich auch in anderen Medien mitteilen, allerdings muss man da erst mal reinkommen. Immerhin lebten wir bis vor kurzem in einer fast reinen Frontal-Öffentlichkeit. Das bedeutet, dass jeder, der öffentlich etwas sagen oder tun wollte, dafür - außer in Ausnahmefällen - die Erlaubnis von jemand anderem brauchte, jemandem, der zu solchen Menschen gehört, die darüber bestimmen, wer überhaupt in die Öffentlichkeit darf und als was. Zum Beispiel der Redakteur einer Zeitung. Oder der Sponsor einer Veranstaltung. Oder der Politiker, der sich dafür einsetzt, dass eine Person oder Meinung gehört wird. Oder der Chef einer Plattenfirma, der einer Band einen Vertrag und einen Vertrieb gibt. Der Verleger, der ein Buch annimmt oder ablehnt. Die Veranstalterin eines öffentlichen Auftritts. Oder die Professorin, die sich für eine Person oder Meinung einsetzt. In anderen Ländern - teilweise auch in Deutschland - sind es zudem Geistliche, die ihren Segen dafür geben, dass eine Person oder Meinung gehört wird, sodass sie in der Öffentlichkeit erscheint. So war es früher...

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