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Datenbank zum Diskurs Palästina/Israel/Deutschland/Arabische Welt/Islam. Seit 2001 - Database on the discourse Palestine/Israel/Germany/Arab World/Islam. Since 2001
Pressezeit (4): Henryk M. Broder
Eine Online-Betrachtung von Anis Hamadeh, Juni/Juli 2006
English Version
PDF-Download hier: PDF "Pressezeit (4)", 14 S.
Inhalt:

Kapitel 1: Einleitung - Worin besteht die Schuld? - Analysen - Habibi Blockwart
Kapitel 2: Erhard Arendt - "Nur eine Pause im Krieg gegen Israel" - Reaktionen - Anis liest sich ein - Rupert Neudeck
Kapitel 3: Faked Interview: Erwin Al-Tuffaahi - Ein ungefähres Ende



- Einleitung -

(24.06.06) Oft bin ich gefragt worden, ob die Rubrik "Pressezeit/Meet the Press" eigentlich erfolgreich und die Sache wert sei. Diese Vermischung von ernsthafter journalistischer Arbeit mit satirischen und persönlichen Elementen. Ich gebe zu, dass ich anfangs selbst skeptisch war. Aber die Zeit hat gezeigt, dass es sich hierbei tatsächlich um ein bleibendes Werk handelt, das nicht in Vergessenheit gerät. Einige Journalisten der Kieler Nachrichten zum Beispiel senden mir bis heute Emails, aus denen Freundschaft und Freude spricht. Die ganze Redaktion war hoch zufrieden mit meinem Beitrag und ich bin sogar ein wenig stolz darauf, der Presse in einer schwierigen Zeit ein paar konstruktive Hinweise gegeben haben zu können. Auch die Süddeutsche Zeitung verfolgt seit unserer Begegnung mit Aufmerksamkeit jede Innovation, die es auf Anis Online zu sehen gibt und zeigt sich aufgeschlossen. Pressezeit 3 ist noch nicht einmal abgeschlossen, da ist die Nachfrage nach der nächsten Ausgabe bereits derart massiv, dass ich förmlich gezwungen bin, das Thema vorwegzunehmen und über Henryk M. Broder zu schreiben.

Wenn man "Henryk M. Broder" bei Google eingibt, erhält man als erstes folgende Informationen: "Henryk M. Broders Homepage - Was gibt's Neues? Die offizielle Homepage von Henryk M. Broder ... Henryk M. Broder: Der ewige Antisemit - Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls ... www.henryk-broder.de/ - 21k - Im Cache - Ähnliche Seiten Tagebuch - Foto des Tages - Audio - Schmock der Woche Weitere Ergebnisse von www.henryk-broder.de" Im Grunde genommen ist Herr Broder Journalist und schreibt unter anderem für Seine Majestät den SPIEGEL, aber er ist weit mehr als das.

Herr Broder hat ein interessantes Verhalten gegenüber Kritikern. Das ist keine Kritik, sondern eine Feststellung. Wenn man Leute verklagt, weil sie einem mal den Spiegel zeigen, meine Güte, was sind denn das für Sitten? Wie gesagt, das ist keine Kritik. Ich frage das nur. Da muss es ja nun auch andere Wege geben. Das sagt einem doch der gesunde Menschenverstand. Als Erhard Arendt vom Palästinaportal (www.arendt-art.de/deutsch/palestina/index.html) seinen Freunden gestern in einer Email über eine Gerichtsverhandlung am 14.11.2006 berichtete, war ich doch erstaunt. Was möchte Herr Broder uns hier mitteilen, dachte ich. Er ist selbst so ein scharfer Kritiker und hat so viele Möglichkeiten, sich auszudrücken. Ich werde Ihnen später einige nette Beispiele geben. Er hat dieses Gerichtszeug nicht nötig. Es muss andere Gründe geben. Also testete ich ihn und schrieb ihm das Folgende:

"Hallo Herr Broder, weiterhin verfolge ich Ihr Verhalten gegenüber Kritikern und bin zu dem Fazit gekommen, dass Sie kein Mensch sind, mit dem man reden kann. Schade. Sobald ich die Zeit dafür finde, werde ich mich wohl mit Ihrem Werk auseinandersetzen müssen. Ich denke, spätestens am 14.11.2006 wird es losgehen. Ich werde dann eine längere Sache über Sie schreiben und in zwei bis drei Sprachen auf meiner Website veröffentlichen. Natürlich werde ich mir Mühe geben, dass es gut wird und die Menschen bewegt. Es wird eine Satire sein. So long, Anis"

Zu meiner Überraschung ehrte er meine Worte, indem er sie auf die Frontseite seiner Homepage setzte, mir in einer schnellen Email bestätigend: "ich kanns kaum abwarten. gehts nicht eher? b.", voller Sehnsucht, wie eine trockene Rose von Jericho. Oh doch, so zeigte er mir eindrucksvoll, und ob man mit mir reden kann. Da stand ich nun. Hatte meinen Mund mal wieder zu voll genommen und dazu noch eine gute Satire versprochen, als hätte ich in letzter Zeit Grund zur Satire gehabt.

So viel zum Erfolg der Rubrik "Pressezeit/Meet the Press" und ich bin noch immer überwältigt von all der Aufmerksamkeit und Dankbarkeit und muss mich jetzt wirklich erst einmal hinsetzen.

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