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SILVIA'S ROOM

Die Kollaborateure mit dem israelischen Besatzer sind unter uns.
Ein Palästinenser, der in einem Flüchtlingslager im Norden von Gaza lebt, berichtet über die aktuelle Situation.

Das Interview wurde am 11.06.06 von Silvia Cattori geführt.

Die Stimme, die hier spricht, ist die von einem jungen palästinensischen Bäcker, der bei den letzten Wahlen für Hamas gewählt hat, mit der Hoffnung dass Hamas erreicht das Leiden seines Volkes zu erleichtern. Wir denken, dass diese Zeugenaussage auf aufrichtige Art das widerspiegelt, was ein breiter Teil der Bevölkerung von Gaza empfindet und dass sie uns helfen kann, unsere voreingenommene Sichtweise auf die dortige Situation zu überdenken.

Silvia Cattori: Vor einigen Wochen sagten Sie uns, wie sehr Sie die Destabilisierung Ihrer Gesellschaft durch die Männer der Sicherheitskräfte, die von Mohammed Dahlan geleitet werden, befürchteten.
1 Hat sich die Situation seitdem noch verschlimmert?

Hischam: Ja, es ist schwierig, sehr schwierig. Besonders seit dem letzten Massaker an Frauen und Kindern am Strand. Leider töten die Israelis jeden Tag Zivilisten hier im Gazastreifen und im Westjordanland. Normalerweise spricht niemand darüber. Wenn es aber passiert, wie am vergangenen Freitag, und ihr Verbrechen zu sichtbar wird und sich Proteste erheben, beeilen sich die Militärsprecher, zunächst zu sagen, dass Experten eine Untersuchung durchführen werden und sie entschuldigen sich mitunter. Danach widerrufen sie ihre Aussage, verbreiten Zweifel, sagen, dass wahrscheinlich nicht von ihren Posten aus gefeuert wurde, um schließlich die Verantwortung auf Hamas und auf die Opfer abzuschieben. Schon immer haben sie so ihre Verbrechen maskiert und die öffentliche Meinung getäuscht. Niemals haben wir die Ergebnisse ihrer Untersuchungen gesehen. Niemals wurden die Verbrecher verurteilt, die bereits Tausende Kinder getötet und zig Tausend andere verletzt haben. Niemals reagieren ihre Regierungen mit Entschlossenheit auf die Brutalitäten, die uns Israel widerfahren lässt.

S.C.- Empfinden Sie die Nichtanerkennung dieser Massaker und die Ablehnung Israels, die Opfer anzuerkennen, als einen Angriff?

Hischam: Natürlich. Sie schaffen es immer, ihre Verbrechen zu ihren Gunsten zu wenden. Sie haben die Unterstützung der Vereinigten Staaten, wie entsetzlich die Verbrechen auch immer sind, die sie begehen. Sie werden festgestellt haben, dass Bush das einzige Staatsoberhaupt im Westen ist, das diese Massaker nicht verurteilt hat. Die Vereinigten Staaten haben lediglich wiederholt, dass die Israelis Anspruch auf Selbstverteidigung haben! Aber es handelt sich um Kriegswaffen, die gegen Zivilisten benutzt wurden. Wir haben keine Rechte: weder das, beschützt zu werden, noch das, uns selbst zu verteidigen.

S.C.- Nach dem Blutbad hat Ehud Olmert gesagt, dass Israel die "moralischste Armee der Welt" habe und der Armeechef hat behauptet, dass die Granaten, die auf den Strand gefeuert wurden, ein Gegenschlag als Antwort auf palästinensische Raketen waren?!

Hischam: Ein Gegenschlag als Antwort auf was? Auf welchen moralischen Wert kann sich die israelische Armee wirklich berufen? Sie haben seit Jahren nie aufgehört uns anzugreifen und uns zu töten! 16 Monate lang hat Hamas den in Kairo unterzeichneten Waffenstillstand respektiert und keine Raketen abgefeuert. Was die handgefertigten Raketen betrifft, so sind sie keine Gefahr für die israelische Sicherheit, aber es ist eine Art für die Palästinenser, den Kopf hoch zu halten und zu sagen: "Wir ergeben uns nicht."

S.C.- Was empfinden Sie dabei, völlig der Gnade einer unbesiegbaren Macht ausgeliefert zu sein?

Hischam: Sehr große Schmerzen. Seitdem die militanten Mitglieder von Hamas erklärt haben, dass der Waffenstillstand aufgehoben wurde, sind die Leute ein wenig erleichtert.

S.C.- Aber Hamas, die nur einige lächerliche Gewehre besitzt, wird keine Chance haben, dem zu entkommen! Wenn die Palästinenser Israel mit bewaffneten Maßnahmen trotzen, wird dann nicht Israel mit verstärkter Brutalität antworten?

Hischam: Die Bevölkerung geht davon aus, dass sie nach allem Leiden und den Entbehrungen, die durch Israel auferlegt wurden, nichts mehr zu verlieren hat. Wir haben nur unser Leben. Das palästinensische Volk ist entschlossen, sein Leben für Palästina und Jerusalem zu opfern. Mit den Angriffen ist Israel erfolgreich gewesen, es hat erreicht, was es wollte: Hamas zur Konfrontation herauszufordern.

S.C.- Sie wollen damit sagen, dass Hamas keine Wahl gehabt hat? Dass Hamas wegen der Bevölkerung, die nach Rache verlangt, reagieren musste?

Hischam: Die Leute sind aufgebracht. Sie können nicht mehr ohne Reaktion ertragen, wie die Israelis die Erniedrigungen und die Massaker an ihren Kindern fortsetzen. Deshalb ist es positiv aufgenommen worden, als die Ezzedine-al-Kassam-Brigaden angekündigt haben, dass sie das Blutbad rächen werden.

S.C.- Sie sind durch Verluste und Leiden klug geworden und sie wissen genau dass sie solch einer Kriegsführung nichts entgegensetzen können, denn sie haben weder die Waffen noch die Mittel zurückzuschlagen.

Hischam: Die Palästinenser haben keinen anderen Weg. Hin und wieder gibt es einige Erfolge.

S.C.- Gibt es keine anderen Kampfmittel, damit man sie anhört?

Hischam: Andere Mittel? Aber welche Mittel? Wie können wir uns gegen die israelische Barbarei verteidigen? Wir haben nur unsere Körper als Waffe, um uns gegen die israelischen Streitkräfte zu verteidigen. Wir können uns nur selbst in die Luft sprengen. Möchten Sie, dass wir zulassen, dass Israel uns tötet, tötet, ohne dass wir jemals etwas dagegen sagen und ohne zu reagieren? 16 Monate lang hat Hamas keine Selbstmordeinsätze in Israel begangen. Die Israelis haben aber nie aufgehört, hierhin zu kommen, um uns zu provozieren, uns zu ermorden. Trotz der Tatsache, dass die Siedler den Gazastreifen verlassen haben, konnten wir uns nie von den Israelis befreien. Sie sind immer noch mit Panzerkolonnen im ganzen Gazastreifen anwesend, mit Dronen, mit F16, mit Helikoptern, die über unseren Köpfen ihre Runden drehen, und mit Kriegsschiffen. Sie haben in den letzten Monaten Tausende von Bomben über Gaza abgeworfen. Und sie werfen weiterhin Schallbomben ab, die einen unerträglichen Lärm machen und die unsere Kinder Tag und Nacht erschrecken.

S.C.- Ist das Referendum nicht eine Idee der Vereinigten Staaten, um Mahmoud Abbas 2 zu helfen, die Hamas-Regierung zu schwächen?

Hischam: Die Führungskräfte der Hamas haben dieses Referendum als "Staatsstreich" bezeichnet. Es ist sicher, dass Fatah versucht, Hamas aus dem Parlament und der Regierung zu zwingen.

S.C.- Laut einer Umfrage, die von den Vereinigten Staaten finanziert wurde, wären 85% der Palästinenser mit diesem Referendum einverstanden. Ist das wahr?

Hischam: Diese Umfrage ist nicht glaubwürdig. Abed Al-Khalek Al-Natsha von Hamas und Bassam Al-Saadi vom Islamischen Jihad, die von den Gefangenen dieses Dokument unterzeichnet hatten, haben ihre Unterschrift zurückgezogen. Sie haben nicht akzeptiert, dass Abbas diesen Text aus dem Zusammenhang nimmt und damit die Hamas-Regierung erpresst. Wenn Abbas darauf besteht, dieses Referendum aufrecht zu erhalten, wird er seinem Volk einen fürchterlichen Stoß bereiten und Israel den Sieg bringen.

S.C.- Aber hat Israel nicht verlauten lassen, dass es dieses Referendum nicht unterstützt?

Hischam: Sie sagen, dass sie gegen das Referendum sind und hoffen darauf, dass wir mit Ja wählen werden. Wenn Abbas auf diesen Weg besteht, wird Israel der alleinige Gewinner in dieser Geschichte sein. Das Ziel der israelischen Regierung besteht darin, uns zu einem Bürgerkrieg zu führen.

S.C.- Also kann dieses Referendum das Volk spalten?

Hischam: Es ist bereits passiert. Das Volk ist schon gespalten und hat leider heute einen neuen Feind: Fatah, die ihre Wahlniederlage nicht verdaut hat.

S.C.- Glauben Sie, dass die Menschen, die in großer Armut sind, mit Ja wählen werden, falls das Referendum abgehalten wird?

Hischam: Aber für was können sie wählen? Für die UN-Resolutionen? Es ist eine Katastrophe, von den Leuten zu verlangen, für oder gegen eine internationale Resolution zu wählen! Diese Resolutionen können nicht Verhandlungen unterliegen oder Erpressungen. Ich glaube nicht dass diese Wahl abgehalten wird. Entweder akzeptiert Abbas, mit Hamas einen Dialog zu führen, oder es wird zu einem Bürgerkrieg kommen. Zu diesem extremen Punkt wird Abbas, der vom amerikanischen Konsul Jack Wallace beraten wurde, sein Volk führen, wenn er darauf beharrt, dieses Referendum abzuhalten.

S.C.- Kann man in Betracht ziehen, dass die Blutbäder, die von Israel in einer kritischen Zeit begangen wurden, eine Art und Weise sind, sich in ihre Angelegenheiten einzumischen, um die Spannung zu verstärken?

Hischam: Ja, man kann es schon glauben. Das Ziel, das Israel versucht, durch diese wiederholten Massaker zu erreichen, ist die Frustration der Bevölkerung zu steigern und damit zu erreichen, den Widerstand zu provozieren. Seit mehr als einem Jahr führt Israel Operationen durch, um Hamas zur Konfrontation herauszufordern.

S.C.- Alle internationalen Organisationen haben sich den Forderungen von Israel und den Vereinigten Staaten unterworfen, keine Verbindung mit Hamas zu pflegen. Die palästinensischen Banken haben sogar Einschränkungen auf die Konten der Hamas- Minister und der Hamas-Abgeordneten gelegt. Andererseits erhält die palästinensische Autonomiebehörde, die die Macht im Januar verloren hat und die das Wohlwollen des Westens genießt, weiterhin ihr volles Gehalt. Ist das wahr?

Hischam: Es ist Geld, das dem palästinensischen Volk gestohlen wurde. Abbas ist ebenfalls dabei, mit Erlaubnis von Israel, dem Besatzer, der uns täglich massakriert, die Ausbildung einer Armee von 10 000 Männern zu finanzieren. SC.- Was halten Sie davon, dass Israel angekündigt hat, Waffen an Abbas zu liefern, um gegen die Hamas-Miliz zu kämpfen?

Hischam: Offiziell rechtfertigt Israel diese Armee mit der Notwendigkeit, die Sicherheit der Präsidentschaft zu gewährleisten. Die Mitglieder von Fatah denken nur an eine Sache: sich abzusichern und wieder - gegen den Willen ihres Volkes - an die Macht zu kommen. Trotz der Tatsache, dass die internationale Gemeinschaft Hamas boykottiert, gewähren die Palästinenser Hamas weiterhin ihr Vertrauen. Wir hoffen, dass Europa bald verstehen wird, dass der Wille eines Volkes stärker ist als der Wille Europas, uns die Leute von Fatah aufzudrängen, die im Interesse von Israel handeln. Es wäre das Schlimmste, was uns passieren kann.

S.C.- Warum konzentrieren sich die Spannungen besonders im Gazastreifen?

Hischam: Im Gazastreifen befindet sich heute die Mehrheit der Minister. Die Hauptstadt der palästinensischen Autonomiebehörden ist nicht mehr Ramallah. Aber Abbas hat abgelehnt, dass die Hamas-Regierung die Sicherheitskräfte kontrolliert. Er hat bewilligt, dass Dahlan sich dieser Kräfte bedient, um auf die Hamas-Regierung zu schießen und im Anschluss Hamas verboten, sich zu verteidigen. Genau so sieht es aus! Das Volk wird das Fatah nie verzeihen.

S.C.- Solch eine Versessenheit gegen Hamas, die bis gestern bereit war, einen Dialog zu führen, kann auf der politischen Ebene nur schwer gerechtfertigt werden.

Hischam: Die Mitglieder der Fatah wissen, dass, wenn sie Hamas regieren lassen, sie den Beweis ihrer Effizienz erbringen wird und dass Fatah, die als schlecht eingeschätzt wird, nicht mehr an die Macht kommen kann.

S.C.- Ist Abbas nicht eine Geisel der Destabilisierungspolitik geworden, die von Washington beschlossen wurde?

Hischam: Wir wissen, dass Abbas, Erakat, Dahlan, Rabbo, Joubril usw. eng mit Israel und den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten. Die Vereinigten Staaten und die arabischen und europäischen Regierungen haben zuerst geglaubt, dass, indem sie die Hilfszahlungen für den Unterhalt der Autonomiebehörde der Hamas verweigern, sich die Palästinenser schnell gegen diese Regierung auflehnen würden, die sie gewählt haben. Aber das Gegenteil ist eingetreten. In diesen letzten Tagen hat die Bevölkerung ihre Unterstützung für Hamas manifestiert und sie verlangt von Fatah, sich in die Einheit zu begeben.

S.C.- Wenn Sie über die Schwierigkeiten sprechen, die die Palästinenser bewältigen müssen, merkt man, wie betrübt Sie sind. Man fühlt auch Ihre starke Zuneigung und Achtung für dieses gepeinigte Volk, welches Sie als tapfer und kampfbereit beschreiben, sogar jetzt, inmitten der schlimmsten Unglücke.

Hischam: Nie werden die Palästinenser den Willen auf Leben und den Willen auf die Befreiung ihres Landes verlieren.

S.C.- Jedoch ist die aktuelle Situation Schrecken erregender als alles zuvor. Müssen Sie nicht von nun an drei Feinden gegenübertreten: den Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft, den Bedrohungen von Abbas und den Bedrohungen des Besatzers?

Hischam: Die internationalen Maßnahmen befürchten wir nicht zu sehr; man kann sie überwinden und damit zurecht kommen. Die Bedrohungen von Israel kennen wir: Israel ist seit einem Jahrhundert unser Feind. Aber was unerträglich für uns ist, ist zu wissen, dass unsere Brüder, die Fatah-Mitglieder, ein neuer Feind sind.

S.C.- Israel vergießt jeden Tag ihr Blut. Aber was sie am meisten befürchten, scheint die Vorstellung zu sein, dass Fatah sie in Richtung eines Bruderkrieges drängen könnte?

Hischam: Leider, ja. Es wäre für uns die schlimmste Katastrophe. Sie sind unsere Vettern, unsere Freunde. Ich habe Familienmitglieder auf beiden Seiten. Ich will nicht sehen, wie sie sich gegenseitig töten. Hamas konnte bis jetzt ihre Besonnenheit bewahren. Hamas hat alles getan, um zu vermeiden, in die Fallen von Fatah zu geraten. Aber Hamas kann nicht endlos das Schlimmste vermeiden.

S.C.- Aber wie könnten denn Palästinenser ihre Waffen gegen andere Palästinenser benutzen?

Hischam: Sie müssen wissen, dass die Mitglieder der Fatah die Leute kaufen. Es ist ziemlich einfach, wenn es so viel Armut gibt. Seit Monaten geben die Vereinigten Staaten das Geld aus, welches notwendig ist, um Hamas zu stürzen. Israel und die Vereinigten Staaten haben damals im Februar angekündigt, dass sie alles tun würden um Hamas daran zu hindern, zu regieren. Das Geld, das von den Vereinigten Staaten ausgegeben wird, geht in die Tasche von Leuten wie Dahlan. Die Milizen, die seit Monaten Zwischenfälle verursachen und Militante von Hamas und vom Jihad töten, werden von diesem Geld bezahlt. Dahlan, der aus einer Flüchtlingsfamilie stammt, machte sein Vermögen mit unterschlagenem Geld. In der Vergangenheit hat er zahlreiche Hamas-Militante inhaftiert, gefoltert, getötet. Heute fährt er in einer gepanzerten Limousine herum, beschützt durch eindrucksvollere Konvois als jene von Abbas. Er ist ein Vertrauensmann, ein Verbündeter für Abbas.

S.C.- Hat Dahlan Angst, von Hamas-Mitgliedern angegriffen zu werden?

Hischam: Nie werden die Mitglieder vom Hamas Dahlan angreifen. Die Hamas- Militanten betrachten den israelischen Besatzer als Feind des palästinensischen Volkes.

S.C.- Israel ist bereit, Furcht einflößende Pläne auszuführen, um im Gazastreifen einzugreifen. Haben sie keine Angst?

Hischam: Die Militanten haben keine Angst, ermordet zu werden. Alle Widerstandskämpfer wissen, dass sie früher oder später ermordet werden. Sie wissen, dass es ihr Weg ist. Der Weg der Loyalität gegenüber ihrem Volk, das leidet und nach Justiz verlangt.

S.C.- Sieht das Volk wirklich deutlich, dass zum israelischen Besatzer nun auch noch zwei weitere Lasten hinzugekommen sind? Die internationale Gemeinschaft und die Fatah-Partei?

Hischam: Ja, das Volk versteht all das. Aber gleichzeitig ist es unterdrückt von den Schikanen, die sein Überleben bedrohen. Niemand kann sagen, bis zu welchem Punkt die Palästinenser gezwungen werden könnten, um für ein Gehalt oder eine Stundung demnächst für die korrumpierten Leute der Fatah zu wählen, obwohl sie wissen, dass es Dreckskerle sind.

S.C.- Wie hat die Bevölkerung aus dem Gazastreifen es aufgenommen, dass Mubarak Olmert und Abbas mit großem Pomp empfangen hat, während er es abgelehnt hat, die vor kurzem gewählte Hamas-Behörde zu empfangen?

Hischam: Die arabischen Regierungen müssten den Anstand haben, zurückzutreten. Die Palästinenser haben auf Unterstützungsgesten, Mitgefühl gewartet. Nichts! Sie sind mitleidlos. Das junge Mädchen, das sich schreiend in Richtung des Himmels dreht, um ihn anzuflehen, seinem Vater das Leben wieder zurück zu bringen, hat nicht gehört, dass Mubarak oder der König von Jordanien die Verbrecher verurteilt haben.

S.C.- Wird die Weltgemeinschaft versuchen, weitere blutrünstige Operationen zu verhindern?

Hischam: Die ganze Weltgemeinschaft kann sehen, was Israel mit uns macht. Warum lässt sie es zu? Es gibt genug Informationen, selbst wenn die israelische Propaganda sich stetig dafür einsetzt, sie zu verwirren. Es hat keinen Sinn, die arabischen Staaten oder Europa aufzurufen. Sie haben nie etwas unternommen, um uns aus unserem Gefängnis zu befreien und um Israel daran zu hindern, uns zu massakrieren. Wir hoffen trotzdem weiterhin, dass es arabische Führungskräfte gibt, die fähig sind, Israel zu verurteilen. Wir wissen, dass die arabischen Völker an unserer Seite stehen. Aber sie können uns nicht helfen und sind aufgebracht, da sie sehen, wie ihre korrumpierten Führungskräfte den Vereinigten Staaten unterwürfig sind, folglich auch Israel. Wir wissen, dass alle ehrlichen Bürger der Weltgemeinschaft durch unsere Leiden berührt sind, aber leider haben sich ihre Führungskräfte den Mördern untergeordnet.

Fußnoten:
1: Mohammed Dahlan wurde 1961 im Gazastreifen geboren. Er ist der ehemalige Chef der Sicherheitskräfte vom Gazastreifen. Er ist einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der Fatah und unterhält enge Beziehungen mit Israel und den Vereinigten Staaten. Er arbeitet seit langer Zeit mit der CIA zusammen. (zurück)

2: Mahmoud Abbas, den man auch Abu Mazen nennt, wurde im Januar 2006 mit 27 % der Stimmen zum Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde gewählt. Siehe: www.ismfrance.org/news/article.php?id=2401&type=analyse&lesujet=R%C3%A9formes(zurück)


Postscriptum, 13. Juni 2006

Während ich dabei war, dieses Interview fertig zu schreiben, wurden in den Nachrichten auf allen Fernsehsendern der Welt schreckliche Bilder gezeigt, von durch die Bombardierung in Gaza von der israelischen Armee auseinander gerissenen Kindern und Erwachsenen. Unter den 11 Toten und 32 Verletzten an diesem Tag waren Kinder und ein Ambulanzhelfer, der den Opfern zu Hilfe gekommen war. Gleichzeitig fing die israelische Desinformationskampagne, wie in diesem Interview oben beschrieben, an. Die Besatzer erklären uns jetzt, dass die Explosion die Schuld von… Hamas war! Diejenigen, die die israelische Propaganda verbreiten, unterlassen es, in angemessener Weise über die Ablehnung des Militär-Analysten von Human Rights Watch zu berichten, der aufgrund von Stücken, die auf dem Strand gesammelt wurden und der Untersuchung der Verletzten bestätigte, dass es sich in der Tat um israelischen Sprengstoff handelte, der die Zivilisten zermetzelt hat. Dieses Lügen durch Unterlassung ermöglicht regelmäßig den Journalisten weltweit, geschützt durch ihre Chefs, durch ihren Mangel an Genauigkeit die öffentliche Meinung zu desinformieren. Diese Desinformation hat zum Ziel, den Widerstand des palästinensischen Volkes, durch Hamas verkörpert, zu kriminalisieren, während Israel, der eigentliche Aggressor, rein gewaschen wird. Die Propaganda von Israel und von jüdischen Organisationen ist in den Medien frei im Umlauf und wird als Nachrichten bezeichnet. Israel spielt die Rolle des Richters und der Geschworenen in diesen Blutbädern und in der Meinungsmanipulation der Fernsehzuschauer.

Übersetzung aus dem Englischen von: Monica Hostettler & Anis Hamadeh.
Originalversion auf Französisch:
www.ism-suisse.org/news/article.php?id=4941&type=analyse&lesujet=Interviews

Englische Version übersetzt aus dem Französischen von Henri See:
www.signs-of-the-times.org

Spanische Version übersetzt von Juan Vivanco: www.rebelion.org/noticia.php?id=33266

Collaborators with the Israeli Occupier are Among Us
A Palestinian living in a refugee camp in northern Gaza gives us his account of the current situation

Interviewed by Silvia Cattori, June 11, 2006

The voice that you hear below is that of a young Palestinian baker who voted for Hamas in the recent election, hoping they would be able to lighten the suffering of his people. We think that his account sincerely reflects the feelings of a large part of the population of Gaza and can help us to rethink our biased way of seeing the situation there.

Silvia Cattori: A few weeks ago when we talked you told us of your fears that your society would become destabilized by the men of the security forces led by Mohammed Dahlan.
1 Has the situation deteriorated since then?

Hicham: Yes, it is difficult, very difficult. Especially since the recent massacre of the women and children on the beach. Unfortunately, the Israelis are killing civilians every day here in Gaza and in the West Bank. Normally nobody talks about it. When it happens, like last Friday, that their crime is too visible and provokes protests, the military spokesmen begin by hastily saying that experts will do an investigation, sometimes making apologies. Then, subsequently, they retract this statement, sowing doubt, and let it be understood that it probably wasn't from their positions that the shots were fired, in order to finally place the responsibility onto Hamas, on the victims. It's always in this way that they mask their crimes and deceive public opinion. We've never seen the results of their inquiries. We never seen them judge the criminals that have already killed thousands of children and have wounded tens of thousands of others. We never see your governments react with firmness against the brutality that Israel imposes upon us.

S.C.: This lack of recognition of these massacres, Israel's refusal to admit that you are the victims, do you find it offensive?

Hicham: Of course. They always manage to turn their crimes against us, in their favor. No matter the horror of the things they do, they have the support of the United States. You will have noticed that Bush is the only Western head of state that didn't condemn this massacre. The United States simply repeated that Israel has the right to defend itself! But it is a question of arms of war being used against civilians. We don't have any rights: neither that of being protected, nor that of defending ourselves.

S.C.: After the slaughter, Ehud Olmert said that Israel possesses the "world's most moral" army and his army chief declared that the shelling of the beach was in response to Palestinian rockets?!

Hicham: A response to what? What morality can the Israel army appeal to? For years they have never stopped attacking us and killing us! For the last 16 months Hamas has respected the ceasefire signed in Cairo and has not launched any rockets. As to the homemade rockets, these don't threaten Israeli security, but it is a way for people to stand up, to say "We're not going to lie down".

S.C.: How do you feel about being at the complete mercy of an invincible force?

Hicham: An enormous suffering. But also, since the militants of Hamas announced the end of the ceasefire, people are a bit reassured.

S.C.: But Hamas, which possesses a few derisory rifles, have no chance of escaping! If the Palestinians defy Israel through armed actions, won't the Israelis just respond with increased brutality?

Hicham: The population considers that after all the suffering and privations imposed by Israel, they have nothing more to lose. We have nothing but our lives. The Palestinian people are determined to sacrifice their lives for Palestine and Jerusalem. Through its aggressions, Israel has achieved what it wanted: to provoke Hamas into a confrontation.

S.C.: Are you saying that Hamas didn't have a choice? That because the population was crying for vengeance, it was obliged to react?

Hicham: The people are angry. They can longer support the sight of the Israelis multiplying the humiliations and the massacres of their children without a response. That's why, when the Ezzedine and Kassam Brigades announced they would avenge the slaughters, it was well received.

S.C.: Your people have paid by their blood and suffering to learn that in confronting this army you have neither the arms nor the means to fight back. Will you, in the face of the odds, still shoot?

Hicham: The Palestinians have only this path. Sometimes there are some successes.

S.C.: Are there no other ways of fighting to make yourselves heard?

Hicham: Other means? What other means? How can we defend ourselves against Israel's barbarism? We have only our bodies as a force to fight against the armed forces of Israel. All we can do is blow ourselves up. Do you want us to allow Israel to kill and kill and kill without our ever saying a word or reacting? For 16 months Hamas conducted no suicide missions in Israel. But the Israelis, they never stopped coming here to attack us, to kill us. In spite of the fact that the colonists have left Gaza, we have never been able to rid ourselves of the Israelis. They are always present with their columns of tanks all along Gaza, with their drones, their F16s, and their helicopters circling over our heads, as well as their battleships. They have fired thousands of bombs on Gaza over the last months. And they continue to launch Bang bombs that make an unsupportable noise that scares our children day and night.

S.C.: Is the referendum an idea of the United States destined to help Mahmoud Abbas 2 weaken the Hamas government?

Hicham: The leaders of Hamas have termed this referendum a "coup d'état". Obviously Fatah wants to push Hamas out of Parliament and the government.

S.C.: According to a poll, financed by the US, 85% of the Palestinians are in agreement with the referendum. Is this true?

Hicham: This poll isn't credible. Abdelkhaleq Al-Natché and Bassam Al-Saadi, two leaders from Hamas and Jihad among the prisoners who signed this document, removed their signatures. They didn't accept that Abbas take the text out of context and use it to blackmail the Hamas government. If Abbas persists in maintaining the referendum, he will deal a terrible blow to his people and a victory to Israel.

S.C.: But hasn't Israel let it be known that they aren't in favor of the referendum?

Hicham: They say that they aren't favorable, hoping that way we'll vote yes. If Abbas persists down this path, Israel will be the only winner in this story. The Israeli government's goal is to push us towards civil war.

S.C.: So the referendum risks splitting the population in two?

Hicham: That's already been done. The people are already split in two and find themselves, unfortunately, today with a new enemy: Fatah, who has not digested its electoral defeat.

S.C.: If the referendum is held, do you think that the people who are in great difficulty will vote yes?

Hicham: But what will they be voting on? On the UN resolutions? It is a catastrophe to ask the people to vote on international resolutions! These resolutions can't be submitted to negotiation or to blackmail. I don't think this vote will happen. Either Abbas agrees to talk with Hamas or there will be civil war. It's towards this extreme that Abbas will lead his people, counseled by the American Jack Wallace, if he is obstinate and holds this referendum.

S.C.: Can we consider that these massacres, committed by Israel in such a critical period, are a way of intervening in your affairs in order to increase the tension?

Hicham: Yes, we can believe it. Israel's goal by these repeated massacres is to increase the frustration of the people and push the resistance into reacting. For more than a year Israel has been conducting operations to push Hamas into a confrontation.

S.C.: All international organizations have folded in the face of the exigency of the US and Israel: don't enter into relations with Hamas. Even the Palestinian banks have imposed restrictions on the accounts of Hamas's deputies and ministers. On the other hand, the Palestinian authorities, those who lost power in January but have the favor of the West, are still receiving their salaries. Is this true?

Hicham: It is money stolen from the Palestinian people. Abbas is also financing the training of an army of 10,000 men with the green light from Israel, the occupier massacring us every day.

S.C.: How do you feel about the fact that Israel has announced that it will furnish arms to Abbas, to fight against the militia of Hamas?

Hicham: Officially it justifies this army as a necessity to ensure the security of the presidency. The members of Fatah are thinking of only one thing: protecting their backs, coming back to power, against the wishes of their people. In spite of the fact that the international community boycotts Hamas, the Palestinians continue to have confidence in them. We hope that Europe will finish by understanding that the will of the people is stronger than their will to impose upon us the people of Fatah who are playing Israel's game. That is the worst thing that could happen to us.

S.C.: Why are the tensions concentrated above all in Gaza?

Hicham: The majority of ministers today are in Gaza. The capital of the Palestinian authority is no longer Ramallah. But Abbas refused to allow Hamas to control the security forces. He allows Dahlan to use these forces to shoot against the government of Hamas; and then he forbids Hamas from defending themselves. That's were we are! The people will never forgive Fatah for what it is doing.

S.C.: Such a harassment of Hamas, which until yesterday had remained open to dialogue, seems difficult to justify politically.

Hicham: Fatah's people know that if they allow Hamas to govern, the latter will prove their efficiency and that Fatah will not be able to return to power.

S.C.: Hasn't Abbas become a hostage to Washington's destabilization policy?

Hicham: We know that Abbas, Erakat, Dahlan, Rabbo, Joubril, etc are closely cooperating with Israel and the United States. The United States and the Arab and European governments, believed at first that by cutting the lifeline to Hamas, the Palestinians would rapidly revolt against the government they elected. However, it is the contrary that is happening. These last days, the people have shown their support for Hamas and are calling on Fatah to unite.

S.C.: In evoking the difficulties facing the Palestinians, you appear to be very saddened. You also seem full of affection and esteem for this martyred people that you describe as valiant and combative, even in the midst of the worst adversities.

Hicham: Never will the Palestinians lose their will to live and the will to liberate their land.

S.C.: However, your current situation is more terrifying than ever. Don't you have to confront three enemies from now on: the sanctions of the international community, the threats from Abbas, and the threats from the occupier?

Hicham: We aren't too afraid of the international sanctions. We can overcome them, make do. The threats from Israel, we know. It is our enemy now for a century. What is most insupportable for us is to know that our brothers, the people of Fatah, are our new enemy.

S.C.: Israel spills your blood every day. But it seems that what you fear the most is the idea that Fatah could drag you into a fratricidal war?

Hicham: Unfortunately, yes. It is the worst catastrophe for us. They are our cousins, our friends. I have relatives on both sides. I have no desire to see them kill each other. Hamas has been able to retain its sang froid. It has done everything to avoid falling into Fatah's traps. But it won't be able to avoid the worst indefinitely.

S.C.: But how can Palestinians end up turning their arms against other Palestinians?

Hicham: You know, the people of Fatah buy people. It is easy when there is so much poverty. For months the United States has been spending as much money as necessary to bring down Hamas. Israel and the United States announced back in February that they would do whatever it takes to prevent Hamas from governing. The money spent by the United States goes into the pockets of people like Dahlan. The militias that have been provoking incidents and killing Hamas and Jihad militants are paid to do it with this money. Dahlan, born to a refugee family, has made a fortune with embezzled money. He has arrested, tortured, and killed numerous Hamas militants in the past. He moves today in a reinforced limousine, protected by convoys even more imposing than those of Abbas. He is a close confidant, an ally for Abbas.

S.C.: Is Dahlan afraid of being attacked by members of Hamas?

Hicham: Members of Hamas would never attack Dahlan. The people of Hamas consider the Israeli occupier to be the enemy of the Palestinian people.

S.C.: Israel is ready to put into effect its terrifying plans to intervene in Gaza. Aren't they afraid?

Hicham: The militants aren't afraid of being assassinated. All resistants know that sooner or later they will be assassinated. They know it is their path, the path of loyalty towards their people who are suffering and demanding justice.

S.C.: Do the people clearly see that these other two burdens have been added to that of the Israeli occupier - the international community and the Fatah party that is collaborating with the occupier?

Hicham: Yes, the people understand all of this. But at the same time they are oppressed by the annoyances that threatened their survival. No one can say what might happen to force the Palestinians to vote tomorrow for the corrupt people of Fatah, in order to gain a salary, a respite, even though they know that they are bastards.

S.C.: How did the people of Gaza take the fact that Mubarak received Olmert and Abbas with pomp and ceremony while he refused to meet with the newly elected authorities from Hamas?

Hicham: Arab governments should have the decency to resign. The Palestinians have been waiting for gestures of support, of compassion. Nothing. They are pitiless. The young girl who cries and turns towards the heavens to implore that we give her back the life of her father has not heard Mubarak or the King of Jordan condemn the criminals.

S.C.: Will the world try to prevent other bloody operations?

Hicham: The whole world can see what Israel is doing to us. Why to they allow it to continue? There is enough information, even if Israel's propaganda is constantly used to confuse them. It serves no end to call out to the Arab states or to Europe. They have never done anything to get us out of our prison and to stop Israel from massacring us. However, we continue to hope that there will be Arab leaders capable of condemning Israel. We know that the Arab people are at our side. They can do nothing for us and are revolted to see their corrupt leaders subservient to the US and therefore to Israel. We know that all honest citizens of the world are touched by our suffering, but unfortunately their leaders have sided with the assassins.

Notes:
1: Mohammed Dahlan, born in 1961 in Gaza, is the former chief of the Security forces in Gaza. He is one of the most influential figures in Fatah. He maintains close relations with Israel and the United States and has been cooperating for a long time with the CIA. (back)

2: Mahmoud Abbas, also known as Abu Mazen, was elected president of the Palestinian Authority in January 2005 with 27% of the vote. See: http://www.ism-france.org/news/article.php?id=2401&type=analyse&lesujet=R%C3%A9formes(back)


Post Script, June 13, 2006

This week, as I was finishing the writing of this interview, terrible images of children and adults, torn apart by the bombing of Gaza by the Israeli army, were shown on the television news around the world. Among the 11 dead and 32 wounded on that day, there were children and an ambulance worker who had gone to the aid of the victims. At the same time, the campaign of Israeli disinformation, as described above in this interview, began. The occupiers now tell us that the explosion was the fault of… Hamas! Those who spread the Israeli propaganda conveniently omit to report on the denial by the military analyst of Human Rights Watch who affirmed, on the basis of pieces collected on the beach and the examination of the wounded, that it was indeed an Israeli explosive that slaughtered the civilians. This lying through omission regularly permits journalists the world over, protected by their bosses in spite of their lack of rigor, to disinform public opinion. This disinformation has as its goal to criminalize the resistance of the Palestinian people as incarnated in Hamas, while whitewashing Israel, the real aggressor. The propaganda of Israel and Jewish organizations circulates freely in the media as news. Israel becomes judge and jury in these massacres and in the manipulation of the minds of the viewers.

Original French:
www.ism-suisse.org/news/article.php?id=4941&type=analyse&lesujet=Interviews

Translation by Signs of the Times:
www.signs-of-the-times.org

Spanish version translated by Juan Vivanco: www.rebelion.org/noticia.php?id=33266
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