home   english   sitemap   galerie   artclub   orient online   jukebox   litbox   termine   shop   my journalism   the other news
Interview über Nonkilling
mit Professor Glenn D. Paige



Glenn D. Paige ist der Autor von Nonkilling Global Political Science (Xlibris 2002) und Präsident des Center for Global Nonviolence in Honolulu.


Frage: Ihr Buch Nonkilling Global Political Science, das bereits mehrfach auf Anis Online besprochen wurde1, hat inzwischen Diskussionen und Übersetzungen in vielen Ländern der ganzen Welt angeregt, sowohl in akademischen als auch in politischen Kreisen. Können Sie uns über die letzten Entwicklungen berichten?

Glenn D. Paige: Am 3. Februar 2004 veröffentlichte der frühere indische Premierminister I.K. Gujral die tamilische Edition und die englische Ausgabe des Buches in Neu Delhi in einem feierlichen Akt im India International Centre. Er sagte: "Dieses Buch sollte in jeder politologischen Abteilung und von der Öffentlichkeit gelesen werden."

Zwischen dem 19. und dem 27. Februar beteiligten sich 12 Dozenten und 12 Kommentatoren, die das Buch gelesen hatten, an vier Universitäts-Foren auf den Philippinen, zu dem Thema: "Ist eine nichttötende Gesellschaft auf den Philippinen möglich? Die Suche nach friedlichen, nichttötenden Alternativen zur Herstellung von Recht und Gesetz und einer gerechten und menschlichen demokratischen Gesellschaft." Foren wurden abgehalten an der Universität der Philippinen, der Ateneo de Manila Universität, dem Kalayaan-College, und Ateneo de Davao in Mindanao.

Unter den Vortragenden war Ministerin Teresita Q. Deles, präsidentiale Beraterin des Friedensprozesses, und Datu Michael Mastura, Gründungspräsident der islamischen Sultan-Kudarat-Akademie in Mindanao. Die Foren wurden organisiert von Dr. J. V. Abueva, dem früheren Präsidenten der Universität der Philippinen und Gründungspräsident der neuen Kalayaan (Freiheits-College), mit Unterstützung der Aurora Aragon Friedensstiftung und der Gruppe "Besorgte Frauen von den Philippinen. Das Kalayaan-College veröffentlichte eine philippinische englische Ausgabe des Buches im Dezember 2003 und wird vor Ende des Jahres 2004 einen Report über die vier Foren veröffentlichen (www.kalayaan.edu.ph).

Was würden Sie heute sagen, macht das Buch besonders? Warum ist es wichtig?

Glenn D. Paige: Die Frage: "Ist eine nichttötende Gesellschaft möglich?" ist extrem wichtig, um gewaltlose Kreativität hervorzurufen, in jedem möglichen Kontext. Ein Freund des Buches, Dr. Max Paul, Dekan der Human- und Sozialwissenschaften an der Jean-Price-Mars-Universität in Port-au Prince, Haiti, sagt, dass eine Haupttugenden der Nichttötungs-These -- im Gegensatz zu allen klassischen deutschen Philosophen, die er studiert hat -- die sei, dass sie ein "offenes Ende" hat. Das heißt, sie schreibt nicht alle Merkmale einer Gesellschaft vor, sondern lässt sie offen für potenziell unbegrenzt inspirierte menschliche Kreativität. Im Januar verwies in Delhi der Direktor von Indiens Nationalem Lernzentrum auf eine weitere Tugend der Nichttötungs-These: "Es ist messbar." Also "messbar" und "offen" -- erhellende Kommentare von brillanten Denkern -- sie bieten Einsichten, die dazu ermutigen, die Nichttötungs-Theorie und -Praxis weiter zu erkunden.

Wie steht es mit aktuellen Übersetzungen?

Das Buch wird derzeit übersetzt ins Arabische, Chinesische, Französische, Gujarati, Hindi, Japanisch, Koreanisch, Malayalam, Pilipino, Russisch, Sanskrit, Sinhala, Spanisch, Thai und Urdu, plus Tamilisch, welches bereits veröffentlicht ist, und vier englische Ausgaben: Gandhi Media Centre (Delhi), Xlibris.com/bookstore (Philadelphia), CGNV Website, und Kalayaan-College (Manila).

Denken Sie, dass das Nonkilling-Buch für die relevanten Leute im Nahen und Mittleren Osten interessant ist?

Professor Faisal Al-Rfouh von der Abteilung für Politische Wissenschaft an der Universität von Jordanien ist ein früherer Kultusminister. Als er sich freiwillig dazu bereit erklärte, das Buch zu übersetzen, sagte er: "Wir brauchen dieses Buch im Nahen und Mittleren Osten." Derselbe Kommentar kam von dem chinesischen Übersetzer an der Peking-Universität: "Wir brauchen dieses Buch in China." Alle weiteren Übersetzer haben ähnliche Haltungen.

Sie waren vor kurzem auch in Medellin in Kolumbien wegen eines Marsches in Gedenken an Gouverneur Guillermo Gaviria. Können Sie uns erzählen, was dort geschah?

Am 8. Mai 2004 vervollständigten ungefähr 600 Kolumbianer und sechs internationale Unterstützer die letzten drei Kilometer des unbeendeten gewaltlosen Aussöhnungs-Marsches zu dem Kaffee-Plantagen-Dorf Caicedo auf dem Territorium der FARC-Guerrilla, der am 21. April 2002 durch die Entführung von Gouverneur Gaviria unterbrochen wurde. Zwischen dem 17. und dem 21. April hatte er einen fünf-tägigen Marsch mit 1000 Teilnehmern über 140 Kilometer von der Hauptstadt von Antioquia, Medellin, angeführt. Seine Führerschaft war gegründet auf den Geist und das Beispiel von Jesus, Gandhi, und Martin Luther King, Jr.. Er hatte die Polizei und die Armee angewiesen, den Marsch nicht zu schützen und nicht zu versuchen, ihn zu befreien oder Vergeltung zu üben, sollte er entführt oder getötet werden. Tragischerweise wurden Gouverneur Guillermo Gaviria, sein Friedensbeauftragter Gilberto Echeverri und acht weitere Geiseln am 5. Mai 2003 von der FARC während eines nicht erwünschten militärischen Befreiungsversuchs der Uribe-Regierung getötet. Der Gedenkmarsch am achten Mai wurde geleitet von Guillermos Bruder Anibal, der ihm als Gouverneur von Antioquia nachfolgte, und seiner Witwe, der früheren First Lady Yolanda Pinto de Gaviria. In einer bewegenden Zeremonie auf dem Dorfplatz von Caicedo, die eine katholische Gedenkmesse beinhaltete, erneuerten Gouverneur Anibal, Yolanda, die Marschierer, der Bürgermeister und Leute aus Caicedo ihr Bekenntnis, die gewaltlose Arbeit von Guillermo für soziale Gerechtigkeit und Versöhnung weiterzutragen, um Kolumbiens Gewalt zu beenden. Die Leute von Caicedo bitten um globale Solidarität in ihrem Bemühen, eine tötungsfreie gewaltlose Gemeinschaft zu sein.

Fragen und Übersetzung von Anis, 16.06.2004


1: Siehe Glenn Paiges Room (www.anis-online.de/1/rooms/glenn/index.htm) (zurück)
Interview on Nonkilling
With Professor Glenn D. Paige



Glenn D. Paige is the author of Nonkilling Global Political Science (Xlibris 2002) and president of the Center for Global Nonviolence in Honolulu.


Question: Your book Nonkilling Global Political Science , which was reviewed several times on Anis Online1, has been object to discussion and to translation in several countries in the world by now, both in academic and in political circles. Can you tell us about the latest developments?

Glenn D. Paige: On February 3, 2004 in New Delhi former Indian Prime Minister I.K. Gujral released the Tamil translation and the English edition of the book in a ceremony at the India International Centre. He said, "This book should be read in every political science department and by the public."

During February 19-27 in the Philippines, 12 lecturers and 12 commentators who had read the book contributed to four University Forums on the general theme "Is a Nonkilling Society Possible in the Philippines? The Quest for Peaceful, Nonkilling Alternatives in Building Law & Order and a Just & Humane Democratic Society." Forums were held at the University of the Philippines, Ateneo de Manila University, Kalayaan College, and Ateneo de Davao in Mindanao.

Among the lecturers were Secretary Teresita Q. Deles Presidential Adviser on the Peace Process, and Datu Michael Mastura, Founder-President of the Sultan Kudarat Islamic Academy in Mindanao. The Forums were organized by Dr. J. V. Abueva, former President of the University of the Philippines and Founder-President of the new Kalayaan (Freedom College), with the support of the Aurora Aragon Peace Foundation and Concerned Women of the Philippines. Kalayaan College published a Philippine English edition of the book in December 2003 and will publish a book to report results of the Four Forums before the end of 2004 (www.kalayaan.edu.ph).



What would you say today makes the book special? Why is it important?

Glenn D. Paige: The question, "Is a nonkilling society possible?", is extremely important for evoking nonviolent creativity in any context in which it is raised. A friend of the book, Dr. Max Paul who is Dean of Human and Social Sciences at Jean Price Mars University in Port-au Prince, Haiti, says that a main virtue of the nonkilling thesis -- in contrast to all the classical Germany philosophers he studied -- is that it is "open-ended." That is, it does not prescribe all the features of society but leaves them open to potentially infinite inspired human creativity. In Delhi in January, the director of India's National Learning Center pointed out another virtue of the nonkilling thesis: "It's measurable." Thus both "measurable" and "open-ended" -- enlightening comments from brilliant thinkers -- offering insights to encourage further exploration of nonkilling theory and practice.

What about current translations?

The book is now being translated into Arabic, Chinese, French, Gujarati, Hindi, Japanese, Korean, Malayalam, Pilipino, Russian, Sanskrit, Sinhala, Spanish, Thai, and Urdu plus Tamil already published and four English editions: Gandhi Media Centre (Delhi), Xlibris.com/bookstore (Philadelphia), CGNV website, and Kalayaan College.(Manila).


Do you think the Nonkilling book is interesting for the relevant people in the Middle East?

Professor Faisal Al-Rfouh, Department of Political Science, University of Jordan, is a former minister of culture. When he volunteered to translate the book he said, "We need this book in the Middle East." The same comment was made by the Chinese translator at Peking University, "We need this book in China." All other translators have similar sentiments.



You have also been to Medellin in Colombia lately for a march in honor of Governor Guillermo Gaviria. Can you tell us what happened there?

On May 8, 2004 about 600 Colombians and 6 international supporters completed the final 3 kilometers of the unfinished Nonviolent March of Reconciliation to the coffee-growing mountain town of Caicedo in FARC guerrilla territory that was interrupted by the kidnapping of Governor Gaviria on April 21, 2002. During April 17-21, he had led a 5-day march of 1000 marchers over 140 kilometers from the Antioquia capital of Medellin.. His leadership was based on the spirit and example of Jesus, Gandhi, and Martin Luther King, Jr. He had ordered the Police and Army not to protect the March and not to attempt to rescue or retaliate if he were kidnapped or killed. Tragically on May 5, 2003 Governor Guillermo Gaviria, his Peace Comissioner, Gilberto Echeverri, and 8 other hostages were killed by the FARC during an unwanted Uribe Government military rescue attempt. The May 8 Memorial March was led by Guillermo's brother Anibal, who has succeded him as Governor of Antioquia and his widow, former First Lady Yolanda Pinto de Gaviria. In a moving ceremony in Caicedo's town square, including a memorial Catholic Mass, Governor Anibal, Yolanda, the marchers, the Mayor and people of Caicedo rededicated themselves to carry on the nonviolent work of Guillermo for social justice and reconciliation to end Colombia's violence. The people of Caicedo asked for global solidarity in their effort to be a killing-free nonviolent community.






Questions and German translation by Anis, June 16, 2004


1: See Glenn Paiges Room (www.anis-online.de/1/rooms/glenn/index.htm) (back)
                                  up