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AO Front Page Archive
consisting of texts that once were placed on the front page of Anis Online

Zitat der Woche

"Beim Fußball wagen Männer das zu tun, was sonst ein Tabu ist: sie umarmen einander, küssen einander, liegen auf einander. Das macht zweifellos tiefe Bedürfnisse deutlich und schadet keinem."


Uri Avnery: "Mein Gott, die WM!" (25.06.06, danach: "Nach diesen Gesichtspunkten ist Fußball eine positive Sache, die viel Negatives aufwiegt. Vorausgesetzt natürlich, dass Präsident Bush nicht die Gelegenheit benützt, den Iran anzugreifen - und wir die WM nicht dazu benützen, mit Granaten auf Kinder im Gazastreifen zu feuern.") (25.06.06-02.07.06)


Lieber Uri Avnery

Für mich sind Sie seit vielen Jahren ein bewundernswerter Mensch. Es gibt Millionen, die mit Ihnen solidarisch sind. Auch hier in Deutschland sind es viele. Als Deutscher muss ich mich wegen der Politiker und der Presse in meinem Land entschuldigen. Nur der taz und der jungen Welt war die Morddrohung gegen Sie bislang (24.03.06) eine Erwähnung wert. Nicht mal dem Spiegel! Und das, obwohl Sie Träger des Aachener Friedenspreises sind. Der Vorsitzende der rechtsextremen Jüdisch-Nationalen Front, Baruch Marzel, wandte sich kürzlich an die israelische Armee, um Sie "gezielt zu töten". Was schlimmer ist: Marzel wurde in einem israelischen TV-Sender interviewt, während im Hintergrund ein großes Foto von Ihnen gezeigt wurde. Wie Sie wissen, wird in Deutschland nur in Ausnahmefällen über Morde und Morddrohungen berichtet, die vom offiziellen Israel ausgehen. Grund ist die unbedingte Solidarität mit Israel, also der deutsche Schlussstrich unter den Genozid. Deutschland möchte nicht über Gewalt nachdenken und nicht zu seiner Vergangenheit stehen. So wurde das Thema unter Riten und Bekenntnissen begraben. Selbst Ihnen, der Sie aus Beckum in Westfalen stammen und der Sie bei Hitlers Machtergreifung das Land verließen, hilft die deutsche Regierung nicht. Wenn Sie in Afghanistan leben würden, wäre das ganz anders. Lieber Uri, wir sind nicht alle so! Viele von uns schämen sich wegen unserer Politiker und Journalisten. Viele von uns sind jetzt bei Ihnen. Herzlich, Ihr Anis (24.03.06-01.04.06)


Ländernotiz

In Baden-Württemberg wird neuerdings die Gesinnung von Muslimen geprüft, die sich einbürgern lassen wollen. Sie werden unter anderem gefragt, ob sie meinen, dass Frauen Männern gehorchen sollen. Und wie sie es finden, wenn Homosexuelle in der Öffentlichkeit stehen. Nun ist Baden-Württemberg ein relativ konservatives Bundesland. Es stellt sich die Frage, mit welchen Antworten man da überhaupt eingebürgert wird...
Anis Online (03.01.06-24.03.06)