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Jerusalem und Athen:

Über Gilad Atzmons Buch "The Wandering Who"
und die Reaktionen


Anis Hamadeh, 04.10.2014



Inhaltsangabe - Reaktionen - Bewertung - Anhang

Gilad Atzmons Buch "The Wandering Who" über jüdische Identitätspolitik hat in den drei Jahren seit seiner Veröffentlichung zu höchst unterschiedlichen Reaktionen und ausgesprochen lebhaften Debatten geführt, wie ein Blick auf die Wikipedia-Seite des umstrittenen Autors zeigt. Einige sehen ihn als inspirierten Streiter für Gerechtigkeit, als unerschrockenen Impulsgeber, ja als Propheten, andere verachten ihn als einen "Antisemiten" und verteufeln ihn als Seelenfänger im Sumpf rechtsextremen Gedankenguts. Was steht drin im prophetischen Teufelsbuch? Was sagen die Leute darüber? Was soll man davon halten?

TEIL 1: WAS STEHT DRIN?

Was sich auf den 236 Seiten zwischen den Buchdeckeln abspielt, erinnert in seiner Komposition an ein ausführliches Jazzstück: Themen werden aufgenommen und variiert, Kreise geschlossen, Biografisches interpoliert. Kurz gesagt geht es um zwei Thesen: dass es ein politisch-ideologisches Judentum gebe - Atzmon nennt es "Jewish-ness" -, das viel weiter gefasst ist als der Zionismus, und dass es in der jüdischen Ansichtsvielfalt in diesem Zusammenhang eine tiefe Kluft zwischen tribaler Interessenpolitik und universalem Anspruch gebe: Jerusalem gegen Athen, bekannt aus dem Problem vom jüdischen versus dem demokratischen Staat. In 22 Kapiteln, die auf vier Teile verteilt und von diversen Vor- und Nachworten ergänzt sind, analysiert der Autor das heterogene jüdische Kollektiv, aus dem er stammt, oft vor dem Hintergrund der israelischen Verbrechen an den Palästinensern. Den selbstkritischen Impuls, dem seine Kritik entstammt, versteht man bei der Lektüre des Epilogs, wo Gilad Atzmon eine Episode aus seiner Schulzeit in Israel erzählt: Beim Besuch von Yad Vashem fragte der Vierzehnjährige die Lehrerin, warum so viele Europäer an so vielen Orten gleichzeitig die Juden so sehr verabscheuten. Die auf dem Fuß folgende Bestrafung hat den Fragenden nicht zum Schweigen gebracht; offenbar folgten vergleichbare Szenen. So blickt der Autor nach seiner Selbsteinschätzung nicht auf Juden oder Israelis, sondern in den Spiegel (S.121). Dies ist zum Verständnis seiner Motivation wichtig zu wissen.

Atzmon ist ein Dissident, einer, der während seiner Zeit in der israelischen Armee auf Lügen und Ungereimtheiten stieß, denen er konsequent nachzugehen begann, wie er im einleitenden Teil von "The Wandering Who" beschreibt. Was meinte der erste israelische Präsident Chaim Weizman, wenn er von einer jüdischen "Primäreigenschaft" (S.37) sprach, die höher stehe als staatsbürgerliche Bekenntnisse von Juden zu einem Diaspora-Land? Atzmon anlysiert Victor Ostrovsky, einen desertierten Ex-Mossad-Agenten (S.38ff) und dessen Beschreibung von "Sayanim", jüdischen Helfern der jüdischen Sache in der Diaspora. Wie konnten Wolfowitz, Greenspan und andere die USA für zionistische Interessen mobilisieren? Eine Verschwörung sei es jedenfalls nicht, so Atzmon, denn es spielt(e) sich alles offen und öffentlich ab (S.53).

In Kapitel 3 untersucht er in einem philosophischen Exkurs das Verhältnis von Randgruppen-Identitäten und Mainstream und findet dabei den Fall, dass Randgruppenpolitik "existiert zu dem Zweck, die Negation aufrecht zu erhalten" (S.57). So werde auch Zionismus durch Antisemitismus aufrecht erhalten. Im Agieren von Randgruppen wie Zionismus oder lesbischem Separatismus erkennt er eher abstrakte Identifikationen als authentische Identitäten. Er illustriert diese These mit dem Vergleich des typischen Sabra, also des in Palästina geborenen Juden, mit einem jüdischen Siedler in der Westbank (S.71f). Während der Sabra die eher künstliche "Identifikation mit einem neugeborenen jüdischen Archetyp" erkennen lasse, überwinde der Siedler den Separatismus und erreiche eine neue jüdische Identität. Als politisch handelnde Juden seien aber alle dadurch definiert, dass sie von etwas anderem abgetrennt sind (S.74). Mangelnde Selbstreflexion attestiert Atzmon seiner früheren Ingroup, auch beim Wohlwollen gegenüber positiven jüdischen Stereotypen wie Anne Frank; negative hingegen, wie Shylock, würden abgelehnt (Kap.5). Die Haskalah, die jüdische Aufklärung, sei mangelhaft gewesen, was der Autor im Aufruf Moses Mendelssohns für symptomatisch hält: "Sei ein Jude zu Hause und ein Goj auf der Straße" (S.81f). Diese Dualität, die einen Widerspruch beinhaltet, sei mitverantwortlich an der Fehlannahme sowohl der Rechten als auch der Linken im jüdischen Diskurs, wenn sie das zionistische Credo glaubten, "dass Juden dank ihrer Heimkehr in der Lage wären, ihre 'traditionellen Charakterzüge' durch Gleichheitsstreben zu erstzen" (S.86). Atzmon resümiert: "So lange Juden darauf bestanden, wie 'alle Menschen' zu sein, würden sie stets scheitern, sie selbst zu sein" (S.86). Demselben Zionismus sei der Versuch geschuldet, säkularen Juden eine Identität innerhalb seines Systems zu geben (S.86f) und doch lasse "die Idee von Frieden, Versöhnung und Harmonie (...) die Politik der Negation schlicht kollabieren" (S.91).

Hier endet der erste Teil "Identität kontra Identifizieren" und der zweite beginnt: "Das jüdische Unbewusste ist der Diskurs der Gojim". Atzmon spricht über die Schwierigkeiten, "Zionismus" zu definieren und die Überlappungen mit dem, was er als "Jüdische Ideologie" (S.93) erkennt. Es gebe, insbesondere nach der Errichtung des jüdischen Staates, keine gemeinsamen Ziele, die den Begriff bestimmen können, außer der Wahrnehmung tribaler Interessen und, bezeichnenderweise, "Verhinderung der Assimilation" (S.94). Als Beispiel für nicht-gläubige antizionistische Juden, die dennoch aufgrund einer "tribalen Orientierung" (S.96) nach der Akzeptanz der jüdischen Gemeinschaft rufen (S.97) und diese somit implizit als (politische) Autorität anerkennen, analysiert Atzmon über mehrere Seiten den Fall der Journalistin Julia Ward. Die Rollen, die man bei bestimmten Leuten in einem zionistischen Spiel sehen könnte, müssen den Betreffenden nicht einmal bewusst sein (S.101). Den Zionismus beschreibt er als erfolgreiches "globales Projekt ohne Kopf und mit vielen Händen", der "eine Schablone für jüdischen Tribalismus vorgibt" und "selbst seine Opposition in eine für ihn produktive Kraft verwandelt" (S.102). Als Beispiel erwähnt der Autor die Episode vom Erfolg von Scharons Kadima-Partei 2005, gefolgt von Olmerts Krieg im Libanon. Er kommentiert: "So sehr auch zionistische Juden durch Mauern und nukleare Abschreckung geschützt werden wollen, so wollen sie doch auch 'Bürger der Welt' sein" und diagnostiziert eine "schizophrene Ideologie" (S.104).

Die Kluft zwischen jüdischem Selbstbild und Sein habe sich deutlich beim Angriff auf Gaza 2008 gezeigt, als Israel sich durch al-Jazeera und Press TV durch die Augen des "Anderen" gesehen habe (S.107f); ebenso zeige sich die "Ghetto-Malaise" im Film "A Serious Man" der Coen-Brüder von 2009, in dem der Protagonist Larry mehr Angst davor hat, unethisch handelnd erwischt zu werden als unethisch zu handeln (S.109-111). Als Ausweg aus dem Ghetto bzw. Schtetl der Insularität Jerusalems hin zur Offenheit der Metropole Athen sieht der Autor drei Möglichkeiten: völlige Absonderung, Rückkehr zur Orthodoxie oder die (positiv dargestellte) Überwindung dessen, was er "Jewish-ness" nennt (S.113), also jüdische Interessenpolitik, und damit die Loslösung von der tribalen Verpflichtung.

In einem Exkurs von acht Seiten (Kap.11) analysiert Atzmon die These Otto Weiningers, eines vergessenen Antisemiten und Frauenhassers, nach der Gegensätze wie Mann und Frau sich dann am besten ergänzten, wenn sie z.B. im Verhältnis 70:30 / 30:70 auftreten würden und eben nicht 100 % Mann und 100 % Frau. Man könne im Anderen nur das verstehen, was man selbst in sich hat. Dies sei unter anderem der Grund für den "Kollaps" (S.119) des Multikulturalismus-Diskurses nach 9/11 und dem Scheitern der westlichen Linken am Verstehen der Transformation in der arabischen Welt (S.120). Tribale jüdische Politik sei etwas anderes als der Zionismus, der ohnehin in Israel als veraltetes Konzept gelte (S.125). Atzmons Kritik richtet sich gegen die "Erfindung" (S.128) der jüdischen Nation, der Zionisten und Antizionisten durch Überlegenheitsdünkel und das Verbreiten von Feindbildern eine Identität geben (S.130). Was selbstbestimmt und emanzipiert klinge, sei nur ein Anschein (S.132f) im tribalen Diskurs. Lenin lehnte die Selbstbestimmung der Juden ab, weil sie eben keine Nation waren (S.135f), während etwa Palästinenser authentische Selbstbestimmung nicht zu imitieren brauchen (S.134f). Dieser Anschein des Universalismus betreffe die "progressive" sozialistische Matzpen ebenso wie die "reaktionären" (S.137) Neokonservativen, die beide unter anderem "die Zerstörung arabischer Regionalmacht und des Islam" rechtfertigen (S.138) und somit "zwei Seiten desselben Schekels" seien (S.139).

In den Kapiteln 14 und 15 führt er seine Gedanken über die rechts/links-Orientierungen im jüdischen Diskurs fort. Zunächst analysiert er einige Zitate des Ökonomen Milton Friedmann, der voraussagte, "dass die kurze Phase des zionistischen 'Pseudo-Sozialismus' sich als der jüdischen Kultur fremd erweisen würde" (S.147). Die gegenwärtigen Finanzkatastrophen lägen, so Atzmon, weitgehend in der Verantwortung "seines eigenen intellektuellen Erbes" (S.149). Nachdem er einige Gewalt-Zitate aus dem Buch Mose genannt und auf die zahllosen Gewaltpassagen aus der Bibel hingewiesen hat, kommt der Autor zu dem Schluss, dass "der tödliche Geist der Schriften in das Wesen der modernen jüdischen politischen Diskursen eingezogen" (S.153) und auch an den Palästinensern exerziert worden sei. Dieses Mal nicht in Gottes, sondern "in ihrem eigenen Namen, im Namen der Selbstbestimmung, (...) im Namen der 'Demokratie'" (S.154).

Der dritte Teil ist betitelt "Historizität & Faktizität kontra Phantasie & Phantasma". Hier stellt der Autor das prä-traumatische Stresssyndrom Prä-TSS vor, das ein "Fundamentalgrundsatz der jüdischen und israelischen Kultur" (S.161) sei. Das Trauma bedarf hier keines konkreten Erlebnisses und ist durch eine "imaginäre Zukunft" bestimmt (S.160), etwa in der Duschszene in "Schindlers Liste", als statt des Zyklon B Wasser auf die Köpfe niedergeht (S.161) oder bei der routinemäßigen Angst israelischer Politiker vor der "nuklearen Shoa" (S.163). Auch die "imaginäre Terrordrohung" bei der Ermordung von neun Friedensaktivisten vor Gaza gehöre dazu (S.165). Selbst im Humor sei dieses Phänomen eingefangen; so besage ein jüdisches Telegramm: "Fangt an, euch Sorgen zu machen, Einzelheiten folgen." (S.165).

Die Studien von Shlomo Sand ("Die Erfindung des jüdischen Volkes") sowie Jeschajahu Leibowitz' These von der Holocaust-Religion werden herangezogen, um das Phänomen des Prä-TSS näher zu erläutern. Erst seit 1820 gebe es überhaupt den Mythos der jüdischen Nation mit Königreich, Exil, Wanderschaft und Rückkehr (S.171) und das zionistische Kidnapping der Bibel sei eigentlich eine verzweifelte jüdische Antwort auf die deutsche Frühromantik gewesen (S.173). Nachdem er mit Shlomo Sand feststellt, dass ironischerweise wahrscheinlich die Palästinenser die Nachfahren der ersten Juden sind, kommt Atzmon auf die Frage nach der Definition von "Jewish-ness" zurück (S.181) und argumentiert mit Leibowitz, dass der Genozid das einzige ist, das die Juden eint. Hierbei handele es sich nicht um eine historische Erzählung, da eine solche keinen Schutz durch Gesetze und Politiker benötige (S.182). Der Holocaust werde zur "ideologischen Schnittstelle" (S.185) für Zionisten, Marxisten und Humanisten, die sich ums heilige Kernnarrativ, das Trauma, scharen, und zwar bereits seit biblischen Zeiten, nicht etwa nach 1945. Der Autor fasst zusammen: "Was die jüdische kollektive Identität aufrecht erhält, ist Angst." (S.190).

Bereits das Buch Esther (Kap.19), die Grundlage des Purim-Festes, erzähle von einem versuchten Judäozid und wie Juden sich davor retteten, indem sie die Korridore der Macht infiltrierten. Dieses Szenario mit seinen Rollen erkennt der Wissenschaftler Medoff auch in den USA der 40-er Jahre und Atzmon sieht darin ein Paradigma, das auch mit Obama, Ahmadinedschad und Cheney funktioniere (S.196). Deshalb sei auch Lenni Brenners Kritik an der Zusammenarbeit zwischen Zionisten wie dem Rabbiner Joachim Prinz und den Nazis verfehlt, da solche Kollaborateure im Geiste des Buchs Esther gehandelt hätten (S.197f). Aber: "Zur Erfüllung seines Versprechens musste der Zionismus sich von jüdischer Exilideologie und der Holocaust-Religion befreien. Doch eben hier ist er gescheitert." (S.200) Er konnte nur über "Spenden, Denkfabriken und Medienbetriebe" (Kap.20) seinen Einfluss behaupten.

Damit beginnt der zusammenfassende Schlussteil 4: "Das Puzzle zusammensetzen ...", wo dem jüdischen Mainstream-Diskurs ein mangelndes Geschichtsverständnis vorgeworfen wird, etwa am Beispiel der ADL (Anti-Defamation League), als sie 2007 das Armenier-Massaker zunächst als Genozid anerkannte, bald darauf diese Einschätzung aber zurücknahm (S.207). Atzmon erklärt: "In der insularen jüdischen intellektuellen Welt entscheidet man zuerst, was die historische Moral ist, sodann erfindet man eine dazu passende Vergangenheit." (S.209). Der Holocaust, der auch die Familie des Autors betraf, sei schlimm und tragisch, "aber nicht so verschieden vom Schicksal vieler Millionen Ukrainer" (S.209) und er nennt hier auch deutsche Zivilisten, Japaner, Vietnamesen und Iraker. Er fordert: "Der Holocaust muss wie jedes andere historische Narrativ auch korrekt analysiert werden." (S.210), denn nur drei Jahre nach Ende des Weltkriegs fiel Palästina einer jüdischen ethnischen Säuberung zum Opfer (S.211), was viele Fragen aufwerfe. Es gehöre zum Wesen der Geschichte, dass sie ständig in Frage gestellt und eben nicht zu einer "ausgedehnten Gegenwart" (S.214) erstarrt, in der "das Gestern versiegelt" (S.115) wird. Die Verwerfung der Zeitlichkeit sei Erklärung für Mauern, Stacheldraht, Phosphor und Tod im Nahen Osten. Atzmon schließt mit der Bemerkung, dass es neben Israel auch den USA und Großbritannien gelungen sei, Geschichte zu banalisieren und zu simplifizieren, was den "Krieg gegen den Terror" möglich mache (S.218). Er fasst zusammen: "Die politische Selbstidentifizierung als Jude mit der gleichzeitigen Frage danach, was 'gut für die Juden' ist, ist das wahre Wesen jüdischen tribalen Denkens." (S.220) Von "Friedensgesprächen" erwartet Atzmon keine Lösung (S.224), wie er im Epilog erwähnt, eher von einer "De-Zionisierung Israels" (S.225) und einem "ehrlichen Prozess der Selbstreflexion" (S.226).

Was die deutsche Übersetzung des Buchs angeht, so muss festgestellt werden, dass sie - beim Titel angefangen - eine Zumutung für den Leser ist. Wenn man als Verlag in der Lage ist, derart viele Fehler aller Art in eine einzige Publikation zu integrieren, dann sollte man über die Einrichtung eines Lektorats nachdenken.

TEIL 2: WAS WIRD ÜBER DAS BUCH GESAGT?

Im Anhang unten habe ich eine Liste von 79 Buchbesprechungen zu The Wandering Who und ergänzenden Materialien wie Interviews zusammengestellt. Auf den ersten Blick sieht man, dass die große Diskussion mit der Buchveröffentlichung vor drei Jahren begann, im September 2011. Alles ist verlinkt, so dass sich jeder seine und ihre eigene Meinung bilden kann. Im Rahmen dieser kleinen Studie ist es nicht möglich, die Details des Diskurses zu analysieren. Wie erwähnt, reichen die Bewertungen von prophetisch bis satanisch. Höhepunkte sind die Artikel in Counterpunch (Sep 2011 und Feb 2013) sowie, auf einem anderen Level, die öffentlichen kollektiven Ausgrenzungsversuche im März 2012, hier gelistet unter Abu Khalil und Abunimah.

Die Kritik ist weitgehend langweilig, wo sie den berüchtigten Antisemitismusvorwurf betrifft, für den auszusprechen sich stets Freiwillige finden, wenn es um Israelkritik geht. Ebenso langweilig ist das dazu komplementäre Repertoir vom Applaus von der falschen Seite über das potenzielle Bedienen von Vorurteilen bis zu Verstrickungen in Verschwörungstheorien und einer insgesamt gestörten Persönlichkeit, die den Autor disqualifizieren würden, wenn, ja wenn er nicht gleichzeitig ein Jazz-Saxofonist von Weltniveau wäre, was das noble Unterfangen nun mal unmöglich mache. Ein Strang des Diskurses erschöpft sich in solchen Oberflächlichkeiten und bietet wenig Substanz.

Die Befürworter loben häufig den Mut des Autors, unbequeme Wahrheiten und Tabus zu behandeln. Auch referieren und kommentieren sie oft die in The Wandering Who genannten umwälzenden Thesen von Sand, Leibowitz und Finkelstein, was einen guten Teil des Feedbacks ausmacht. Auch die Erweiterung der Kritik über den Zionismus hinaus wird in diesem Lager oft als Augen öffnend bewertet.

Besonders viel Mühe hat sich der bekannte rechtsextreme Veteran Horst Mahler gegeben und eine (Art) Rezension verfasst, die länger ist als The Wandering Who selbst. In der JVA Brandenburg, wo er wegen Volksverhetzung einsitzt, hatte Mahler offenbar die nötige Muße für dieses kleine Meisterwerk, das mit einem rhetorischen Feuerwerk endet: "Gereinigt von den Spuren der Jüdischen Lügen wird der Deutsche Volksgeist in neuem Glanz erstrahlen." Und: "Das Deutschtum ist aus seiner geistigen Substanz heraus der Welt als der Erscheinung Gottes zugetan." Das muss das Ergebnis einer langen Erleuchtungsphase gewesen sein, die mit Worten kaum zu beschreiben ist. Wie das Presseorgan Die Welt berichtete, sei es Mahler gelungen, dieses Juwel auf USB-Sticks in die Freiheit zu schmuggeln.

TEIL 3: WAS SOLL MAN DAVON HALTEN?

Gilad Atzmon hat den Kampf - und es war und ist sicherlich ein Kampf - gegen sein früheres Kollektiv gewonnen, nicht durch seine Argumente oder etwas, das er gesagt hat, sondern dadurch, dass er etwas gezeigt hat. Er hat gezeigt, dass er die Emanzipation erreicht hat, die er an seiner Ex-Gruppe als fehlend kritisiert: Authentizität anstelle nutzloser Versuche, ein abstraktes Bild oder halbbewusstes Muster auszuleben.

Die Fragen, die Gilad stellt, sind es wert, gestellt zu werden, oft ist es sogar notwendig. Zum Beispiel: Wer sind diese Leute, die mit jüdischen Symbolen im Namen der Juden Gewalt verüben? Oder: Warum sind Juden in politischen Systemen wie in Großbritannien und den USA überrepräsentiert? Ob seine Antworten und Referenzen stichhaltig sind, ist eine andere Frage. Gilad springt mitten in das Tabu hinein, nämlich Kritik am jüdischen Mainstream, dessen bloße Erwähnung bereits problematisch ist, was man gleich erkennt, wenn ich "Mainstream" durch "Kollektiv" ersetze. Es beschwört dunkle Schatten der Vergangenheit herauf, die sich drohend über die intellektuelle Kapazität zahlreicher Beobachter legen.

Zu den Verdiensten des Buches gehört die Erkenntnis, dass der Begriff "Zionismus" nicht das ganze Ausmaß des Problems abdeckt. Gilad selbst gelangt zu keinem Schluss darüber, wo Zionismus aufhört und etwas anderes anfängt. So schreibt er in seiner Zusammenfassung: "Damit der jüdische Staat eine Friedensinitiative anführen kann, muss Israel de-zionisiert werden - er sollte zuerst aufhören, ein jüdischer Staat zu sein." (S. 225). Doch trotz einiger Widersprüche zählt er überzeugende Hinweise darauf auf, dass der Zionismus etwa im heutigen israelischen Diskurs kein wichtiger Punkt ist und dass die Gründung Israels logisch zu einer post-zionistischen Situation führte. Wie Professor Norton Mezvinsky es formuliert: Gilad "äußert einige gedankenreiche und kreative Ansichten, die ernsthaft in Betracht gezogen werden sollten, egal, ob man ihnen zustimmt oder nicht."

Einige Erkenntnisse im Wandering Who sind inspirierend, etwa die These, dass man nur das in Anderen verstehen kann, was man selbst in sich trägt. Allerdings verstehe ich nicht, warum man eine Person wie Weininger den ganzen Weg bis da hin mitschleppen muss. Das Prä-TSS-Motiv ist ebenfalls interessant, es erinnert mich an meine Familie, von der ich alles über Israel gelernt habe, was ich weiß. - Mom war immer so besorgt, dass ich nach kreativen Hochs in Depressionen verfalle, dass sie aus Angst gehandelt hat, wie bei Gilad Atzmons prä-traumatischem Stress-Syndrom. Die Familie "fürchtete", ich könnte mir selbst oder anderen Schaden zufügen, und lebte in der Erwartung der Katastrophe, bis sie schließlich Gewalt verübte. Sie erfand eine dogmatische Gruppen-Geschichte zu ihrem Vorteil und dachte, sie hätte Sonderrechte. Das machte sie unglaublich rücksichtslos. Ich erwähne das, weil meine Familie nicht jüdisch ist und sie weiß auch nichts vom Buch Esther. Was ich sagen will ist, dass Gilad (mal wieder) mit Beispielen für Gruppenverhalten und Machtkämpfen ankommt, die er als spezifisch oder typisch jüdisch zu verkaufen versucht.

So weit ich sehen kann, gibt es noch kein Standardwerk über Macht- und Gruppenverhalten aus sozio-psychologischer Sicht, mit Klassifizierungen der Arten und Levels von Gruppen, wie Familie, Schulklasse, Altersgenossen, Firma, Büro, Interessengruppe, Armee usw. und mit Spezifikationen typischer Situationen, Sündenbock-Methoden, Mechanismen zur Ausbildung von Führungspositionen, Kontrolle der Mainstream-Meinung, Wettbewerbsverhalten als Resultat von Gruppendruck, Identitätsbildung durch Feindbilder, Initiationsriten, bewusstes und unbewusstes Gruppenverhalten, die Rolle von Loyalität, die Rolle des Schweigens und der Heuchelei und all die anderen Dinge, die meist schweigend hingenommen werden. In diesem Buch würde man Ausführungen zu den meisten von Gilads interessanten Bemerkungen finden. Aber können nicht diese Anmerkungen dennoch auf einen jüdischen Mainstream angewendet werden? Ich würde sagen: Auf jeden Fall; dafür ist diese fiktive Gruppen-Tiefenanalyse da, dass Einzelfälle zusammengefasst werden. Das ursprüngliche Objekt der Beobachtung sind allerdings Gruppenmechanismen und nicht die "Essenz" irgendeiner Gruppe. Gilad ist sich dessen nicht ganz unbewusst, wenn er am Ende seines Buchs feststellt: "Israel ist jedoch nicht alleine. So tragisch es auch anmutet, Amerika und Großbritannien ist es gelungen, freiwillig die Zeitlichkeit aufzugeben." (S.218) - nachdem er "Zeitlichkeit" definiert und in seine Jewish-ness-Theorie eingebaut hat.

Einige wichtige Punkte fehlen im Wandering Who. Da die Leitfrage lautet, was Juden als Gruppe und als Teil größerer Gesellschaften spezifiziert, würde man erwarten, dass das christliche Zinsverbot erwähnt würde, das es Juden ermöglichte, eine Tradition im Finanzsektor auszubilden, während ihnen oft alternative Berufszweige nicht offenstanden. Und wenn das Thema Minderheitenpolitik im dritten Kapitel gestreift wird, beschäftigt es sich doch nur damit, wie (einige) Minderheiten sich (in einer gegebenen Situation) gegenüber dem Mainstream verhalten und nicht damit, wie sich der Mainstream verhält, wenn er sich etwa einen Sündenbock macht, in Fällen von Doppelmoral oder wenn er die Minderheit in Selbstverleugnung als Projektionsfläche benutzt. (Viele argumentieren, dass die Tatsache fehlt, dass die deutsche industrielle und systematische Ermordung der Juden unvergleichlich sei. Atzmon würde hier mit einigem Recht argumentieren, dass diese These zu den Dogmen der Holocaustreligion gehört und ein Symptom des Verlusts der Zeitlichkeit sei.) Israel Shamir bemerkt: Atzmon "behauptet, dass Juden bis ins 19. Jahrhundert keine Geschichtswerke geschrieben haben. Das stimmt nicht: Abraham Zacuto stellte seine Geschichte der Juden ('Sefer Yohassin') in den letzten Dekaden des 15. Jahrhunderts her und sein Buch ist auf Amazon erhältlich."

Da Gilad und ich beide Musiker sind, Schriftsteller, Freidenker und Nahost-Analysten, haben sich unsere Wege in den letzten 15 Jahren mehrmals gekreuzt. Seine Bemerkung auf Seite 165: "Ich nehme an, dass 'die andere Wange hinhalten' ein wirkungsvoller Weg ist, dem alttestamentarischen 'Auge um Auge' zu trotzen. Die andere Wange hinzuhalten ist gemeinhin als eine Weise anerkannt, einem Aggressor entgegenzutreten. Sie ist jedoch auch die einzig mögliche Weise, den 'inneren Terror' aufzuheben, jene Aggression, die in uns brodelt, wenn wir rachsüchtig werden. Sie kann sich auch bei der Entschärfung unserer Wut angesichts einer imaginären Bedrohung als sehr wirkungsvoll erweisen. An ihre Stelle setzen wir ein Akzeptieren, wir entwaffnen uns selbst. Wir geben dem Frieden eine Chance." ließ mich Gilad fragen, ob er nun pazifistische Sichtweisen angenommen habe. Er antwortete in einer Email: "Ich sehe mich als ergebenen Anhänger von Christus, und die andere Wange hinzuhalten ist die Essenz der De-Judifizierung. Ich bin kein Pazifist. Ich unterstütze den Widerstand. Aber ich würde argumentieren, dass das Hinhalten der anderen Wange ein Privileg des Stechenden ist." - Mir fiel die Kinnlade herunter, als ich diesen faszinierenden Widerspruch sah. Wohin wird Gilad von hier aus gehen? Offenbar hat er eine Menge Input verdaut und seine Definitionen sind über die Jahre geschliffener und umsichtiger gewählt, siehe zum Beispiel: "Der Begriff 'jüdische Macht' kann zu Verwirrung und Missverständnissen führen; es bedarf der Erläuterung: Wenn ich über jüdische Macht spreche, dann beziehe ich mich streng auf die Fähigkeit jüdischer Interessengruppen, politischen Druck auszuüben." (Silvia-Cattori-Interview Sep. 2011).

Gilads Leitmotiv liegt in der Forderung nach einer Öffnung des Diskurses und dies ist in der Tat ein zentraler Punkt, besonders wenn man sich die Medienlandschaft ansieht und sich darüber bewusst ist, dass Krieg für die Medien immer besser ist als Frieden, weil Konflikte und Machtrangeleien sich einfach besser verkaufen. Als allerdings in einem langen Online-Gespräch im vergangenen März der Interviewer John Friend mehrfach vom "angeblichen Holocaust" gesprochen hat, widersprach Gilad dieser Wortwahl nicht. Vielmehr setzten seine jeweiligen Antworten die Existenz des Holocausts voraus. Im selben Interview sprach er halb im Scherz Juden besondere Fähigkeiten zu, sich selbst zu verkaufen, und zählte einige auf, darunter seltsamerweise sich selbst, der das alles doch hinter sich gelassen hat.

Das Interessanteste an The Wandering Who liegt meiner Ansicht nach auf einer Meta-Ebene, da, wo das Buch etwas katalysiert hat und die Bedeutung der Polarisierung. Gilad hat eine Krise ausgelöst, mit all den aufschlussreichen Spiegelkritiken und der Hysterie, die das mit sich bringt. Mit dem entsprechenden Humor kann eine Auswertung der Reaktionen auf The Wandering Who recht unterhaltsam sein, insbesondere, da Gilad großen Wert darauf legt, frei zu denken, wie man etwa in Danny Yees Bemerkung nachvollziehen kann: "Nur um sicherzugehen, dass er nirgendwo Freunde haben wird, erarbeitet Azmon auch einige Kritiken an anderen Formen von Identitätspolitik, vor allem der separatistischer Feministinnen und der Schwulen-Bewegung."

Mit "Spiegelkritik" meine ich Projektionen von Selbstkritik auf andere. Wenn zum Beispiel jemand versucht, einen Diskurs zu dominieren, indem er andere beschuldigt, den Diskurs zu dominieren. Oder wenn man jemanden ausgrenzt mit der Begründung, er würde andere ausgrenzen. Oder wenn jemand, der auf "Antisemiten" fixiert ist, jemand anderem unterstellt, er sei fixiert auf "Juden". Manche sind in ihrem Ego getroffen und - welche Überraschung! - sie sehen Gilads großes Ego. Die, die auf Atzmons Verwirrtheit verweisen, sind oft verwirrt von seiner Forderung, die Kritik an jüdischen Identitäten nicht auf den Zionismus zu beschränken. Was wir hier zu sehen bekommen, ist ein ungehinderter Blick auf das Öko-System des Nahost-Diskurses. Lernen wir daraus!

Jerusalem and Athens:

On Gilad Atzmon's Book "The Wandering Who"
and the Reactions


Anis Hamadeh, October 4, 2014



Synopsis - Reactions - Evaluation - Appendix

Gilad Atzmon's book "The Wandering Who" about Jewish identity politics has, since its publication three years ago, sparked most different reactions as well as particularly lively debates, as a glance on the controversial author's Wikipedia page shows. Some view him as an inspired fighter for justice, as an undaunted source of ideas and impulses, even a prophet, while others despise him as an "anti-Semite" and demonize him as a soul catcher in the quagmire of extreme right-wing ideas. What's in this prophetic devil's book? What do people say about it? What is to make of it?


PART 1: WHAT'S IN IT?

What happens on the 202 pages between the two covers resembles an elaborate jazz piece in its composition: Themes are employed and varied, circles closed, biographical details interpolated. At the heart of the study are - in a nutshell - two major theses: that there is a political ideological "Jewish-ness" which by far exceeds the boundaries of Zionism, and that, in this context, there is a deep gap between tribal interest politics and universal standards within the range of Jewish opinions: Jerusalem versus Athens, known from the problem of the Jewish vs. the democratic state. In 22 chapters, organized in four parts and supplemented by diverse fore- and afterwords, the author analyzes the heterogeneous Jewish collective from which he originates, often in a context with the Israeli crimes against the Palestinians. The self-critical impulse at the root of his criticism can be understood while reading the epilogue, where Gilad Atzmon recounts an episode from his school days in Israel: On a visit to Yad Vashem the fourteen-year-old asks the teacher why so many Europeans loathed the Jews so much and in so many places at once. The subsequent punishment did not silence the querist; apparently, similar scenes were to follow. Thus the author self-assesses not to look at Jews or Israelis, but in the mirror (p 94). This is essential for understanding his motivation.

Atzmon is a dissident, someone who, during his time in the Israeli army, discovered lies and inconsistencies he started to consequently pursue, as he describes in the introductory part of "The Wandering Who". What did the first Israeli president mean when he spoke about a Jewish "primary quality" (p 16f) that ranks higher than civic commitments of Jews toward a diaspora country? Atzmon analyzes Victor Ostrovsky, a deserter ex-Mossad agent (p 18ff), and his description of "sayanim", diaspora Jewish helpers for the Jewish cause. What enabled Wolfowitz, Greenspan and others to mobilize the USA for Zionist interests? It was in any case no conspiracy, writes Atzmon, for everything was in the open and public (p 30).

In the philosophical excursion of chapter 3 he examines the relationship between minority identities and mainstream and finds the case that minority policies are "there to retain the negation" (p 33). Zionism would be retained by anti-Semitism in the same way. In the actions of minorities like Zionism or lesbian separatism he detects abstract identifications rather than authentic identities and illustrates this thesis by comparing the typical Sabra, i.e. Jew born in Palestine, with a Jewish settler in the West Bank (p 45f). Whereas the Sabra displays the rather artificial "identification with a newly-born Jewish archetype" the settler would overcome separatism, reaching a new Jewish identity. Yet all of them, as politically acting Jews, would be defined by being "against something, or set apart from something else" (p 48). A lack of self-reflection is what Atzmon attests in regard to his former in-group, shown also in the benevolence toward positive Jewish stereotypes like Anne Frank; negative ones, like Shylock, however, were rejected (Chapter 5). According to Gilad Atzmon, the haskalah, the Jewish enlightenment, was defective. He views Moses Mendelssohn's call: "Be a Jew at Home and a Goy on the Street" (p 55) to be symptomatic. This duality with its intrinsic contradiction was co-responsible for the misinterpretation of both the right and the left in the Jewish discourse who believed in the Zionist creed "that, due to their homecoming, Jews would be able to replace their 'traditional traits' with aspirations towards sameness" (p 56). Atzmon sums up: "As long as Jews insisted on being like 'all people' they would always fail to be themselves" (p 60). The same Zionism was to blame for the attempt to supply secular Jews with an identity within its system, and yet, "the notion of peace, reconciliation and harmony entails a collapse of the politics of negation" (p 64).

Here ends part 1, "Identity vs. Identifying", and part 2 begins: "Unconsciousness is the Discourse of the Goyim". Atzmon talks about the difficulties in defining "Zionism" and the overlap with what he recognizes as "Jewish ideology" (p 69). Especially after the establishment of the Jewish state there were no more common aims to define the concept other than the upholding of tribal interests and, significantly, "prevention of assimilation" (p 70). As an example for non-believing anti-Zionist Jews, who, due to a "tribal orientation" (p 72) still call for acceptance in the Jewish community (p 72), thus recognizing it implicitly as a (political) authority, Atzmon analyzes over several pages the case of journalist Julia Ward. If it was a Zionst game one might be able to detect roles in certain people, and the respective individuals are not necessarily aware of those roles (p 76). He describes Zionism as a successfull "global project with no head and a lot of hands" which "sets out a template for Jewish tribalism by incorporating all elements into a dynamic power, and transforms its opposition into a productive force." (p 76). As an example, the author mentions the episode of Sharon's Kadima party success in 2005, followed by Olmert's war in Lebanon. He comments: "As much as Zionist Jews want to be protected by walls and by the nuclear deterrent, they also want to be 'citizens of the world'" and continues to diagnose a "schizophrenic ideology" (p 78).

The gap between Jewish self-image and reality clearly showed, according to Atzmon, during the attack on Gaza in 2008, when Israel saw itself via al-Jazeera and Press TV through the eyes of the "other" (p 81f); the "ghetto malaise" (p 84) would also be obvious in the 2009 Coen brothers movie "A Serious Man" in which protagonist Larry is more afraid of being caught doing something unethical than of actually doing something unethical (p 82-84). As an escape from the ghetto or shtetl, respectively, of Jerusalem's insularity, towards the openness of the metropolis of Athens, the author sees three routes: total segregation, return to orthodoxy, or the (favorable) overcoming of what he calls "Jewish-ness" (p 86f), i.e. Jewish interest politics, and with it the detachment from the tribal obligation.

In an excursion of eight pages (Chapter 11) Atzmon analyzes a thesis by Otto Weininger, a forgotten anti-Semite and woman-hater, according to which opposites like man and woman complete each other when the match is in the relation of e.g. 70:30 / 30:70 and positively not in the distribution of 100 % man and 100 % woman. One could only understand those things in other people that one carried with him or her. This would be one of the causes for the "collapse" (p 92) of the multiculturalism discourse after 9/11 and the failure of the western left to grasp the transformation within the Arab world (p 92). Tribal Jewish politics is to be distinguished from Zionism which is an obsolete concept in Israel, anyway (p 98). Atzmon's criticism aims at the "invention" (p 100) of the Jewish nation and the fact that both Zionsts and anti-Zionists give it an identity through supremacist behavior and the promotion of hateful images (p 102). That what sounds self-determined and emancipated was only pretence (p 104) in the tribal discourse. Lenin rejected the self-determination of the Jews because they were no nation to begin with (p 107), while e.g. Palestinians did not need to imitate authentic self-determination (p 106). This pretence of universalism concerned the "progressive" socialist Matzpen and the "reactionary" (p 109) neo-conservatives alike, both of whom justified, among other things, "the destruction of Arab regional power and Islam" (p 109) and thus were "two sides of the same shekel." (p 110).

In chapters 14 and 15 he continues his thoughts on right/left-orientations in the Jewish discourse. First he analyzes some quotes by the economist Milton Friedmann who predicted "that the short phase of Zionist 'pseudo-socialism' was foreign to Jewish culture" (p 117). The current financial catastophes, according to Atzmon, were largely in the responsibility of "his own intellectual heritage" (p 119). After mentioning several quotes of violence from the Book of Moses and after poiting to the countless violent passages in the Bible, the author concludes that "the lethal spirit of the scriptures has infused the essence of modern Jewish political discourse" (p 122) and was also exercized against the Palestinians - this time not in the name of God, but "in their own name, in the name of self-determination, (...) in the name of 'democracy'." (p 123).

Part 3 is entitled "Historicity & Factuality vs. Fantasy & Phantasm". Here, the author presents the Pre-Traumatic Stress Syndrome (Pre-TSS) which "is a fundamental tenet of Jewish and Israeli culture" (p 130). In such instances, the trauma does not need a concrete experience and refers to an "imaginary future" (p 130), e.g. in the shower scene in "Schindler's List" when, instead of Zyklon B, water pours down on the heads (p 130); or in the routinely uttered fear of Israeli politicians of the "nuclear Shoa" (p 132). The "imaginary terror threat" in the killing of nine peace activists at the Gaza shore also belonged in this category (p 134). This phenomenon was even captured in the realm of humor; a Jewish telegram reads: "Begin Worrying, Details to Follow." (p 134).

Studies by Shlomo Sand ("The Invention of the Jewish People") as well as Yeshayahu Leibowitz' thesis about the Holocaust religion are reviewed to further explicate the phenomenon of Pre-TSS. The myth of the Jewish nation with its kingdom, exile, wandering and return (p 139) would only exist since 1820, and the Zionist kidnapping of the Bible originally was a desperate Jewish answer to German Early Romanticism (p 140). After concurring with Shlomo Sand that, ironically, it was probably the Palestinians who succeeded the first Jews in lineage, Atzmon returns to the issue of defining "Jewish-ness" (p 147f) and argues with Leibowitz that the genocide was the only thing that united the Jews. This would not be about a historical narrative, for if it was it would not need the protection of laws and politicians (p 149). The Holocaust became an "ideological interface" (p 151) for Zionists, Marxists and humanists who flock to the holy core-narrative, the trauma, and this not after 1945, no, since biblical times. The author summarizes: "That which maintains the Jewish collective identity is fear" (p 156).

As old as the Book of Esther (Chap 19), the basis of the Purim holiday, was the Pre-TSS story, as the book deals with an attempted judeocide, and how Jews saved themselves by infiltrating the corridors of power. The scientist Medoff recognizes this scenario with its distributed roles to be similar to the situation in the USA in the 1940s, and Atzmon even sees it as a paradigm that also works with the characters of Obama, Ahmadinejad and Cheney (p 162). This is also why Lenni Brenner's critique of the cooperation between Zionists like Rabbi Joachim Prinz and the Nazis was inadequate, as such collaborators acted in the spirit of the Book of Esther (p 162f). But: "In order to live out its promise, Zionism had to liberate itself from Jewish exilic ideology, and from the Holocaust religion. Yet it has failed to do this." (p 165). Only via "Donations, Think Tanks and Media Outlets" (Chap 20) it was able to retain its influence.

With this thought the summarizing closing part 4 begins: "Connecting the Dots", in which the Jewish mainstream discourse is reproached with a lack of understanding history, e.g. in the example of the ADL (Anti-Defamation League) when in 2007 it recognized the massacre against the Armenians as genocide, but soon discarded this assessment (p 173). Atzmon explains: "In the Jewish intellectual insular world, one first decides what the historic moral is, then one invents 'a past' to fit." (p 174). The Holocaust, that hit the author's family, too, was indeed bad and tragic, "but not that different from the fate of many millions of Ukrainians" (p 175), and in this context he also mentions German civilians, Japanese, Vietnamese and Iraqis. He demands: "The Holocaust, like every other historical narrative, must be analysed properly." (p 175), for as soon as three years after the end of World War II Palestine fell prey to a Jewish ethnic cleansing (p 177), raising many questions. It was inherent to history that it is constantly questioned and that it does not become an "extended present" (p 179) in which "the past is sealed" (p 180). The dismissal of temporality, according to Atzmon, is an explanation for walls, barbed wire, phosphorus and death in the Middle East. Atzmon closes with the remark that, next to Israel, The USA and Great Britain managed to banalize and simplify history, making the "war against terror" possible (p 183). He summarizes: "To identify politically as a Jew and to wonder what is 'good for the Jews' is the true essence of Jewish tribal thinking" (p 184). Atzmon does not expect solutions from "peace talks" (p 187), as he mentions in the epilogue, rather from a "de-Zionisation of Israel" (p 188) and an "honest process of self-reflection" (p 189).

Regarding the German translation of the book it has to be stated that it is a desaster for the reader, starting with the title. If a publisher is able to integrate so many mistakes of all kinds in a single publication they should think about introducing an editor.













PART 2: WHAT DO PEOPLE SAY ABOUT THE BOOK?

In the appendix below I have assembled a list of 79 reviews of the "Wandering Who", including some supplementing material like interviews. A first glimpse shows that the big discussion started with the publication of the book three years ago, in September 2011. Everything is linked to, so everybody can build their own opinion. The scope of this little study is too tiny for analyzing the details of the discourse. As stated above, feedback ranges from the labels prophetic to satanic. Highlights are the articles in Counterpunch (Sep 2011 and Feb 2013), and, on another level, the public collective rejections/disavowals in March 2012, here filed under Abu Khalil and Abunimah.

Criticism is largely boring when it concerns the notorious reproach of anti-Semitism that routinely finds volunteers to utter it as soon as criticism of Israel is on the table. Just as boring is the complementary repertoir, ranging from applause from the wrong side over the potential nurturing of prejudice over to entanglements in conspiracy theories and an overall disturbed personality that would normally disqualify the author, if, yes if he was not at the same time a jazz saxofonist of world-class which makes the nobel enterprise impossible. There is a thread in the discourse amounting to nothing more than such superficialities, offering little of substance.

The backers often laud the author's courage to tackle inconvenient truths and taboos. They also tend to summarize and comment on some major theses dealt with in the Wandering Who, namely those of Sand, Leibowitz and Finkelstein, which covers a good part of the feedback. This camp tends to regard his criticism of Jewish mainstream beyond Zionism as an eye-opener.

The known German right-wing extremist veteran Horst Mahler took an especially huge effort writing a (kind of) review that is longer than the Wandering Who itself. In the Brandenburg prison, where he is currently detained for sedition and incitement, Mahler seemed to have had the necessary leisure for this little masterpiece that tapers off to a rhetorical firework: "Cleansed from the traces of Jewish Lies the German Volksgeist will shine in new splendor." And: "Germanity, due to its spiritual substance, is devoted to the world as the apparition of God." This must be the result of a long phase of epiphany and very difficult to capture in words. As the media outlet Die Welt reported, Mahler managed to smuggle this gem into freedom on USB sticks.





PART 3: WHAT TO MAKE OF IT?

Gilad Atzmon won the battle - and it has surely been a battle - against his former collective, not by virtue of his arguments or something he said, but by showing that he, in fact, accomplished the emancipation he criticizes to be lacking in his ex-group: authenticity rather than futile attempts to live up to an abstract image or semi-conscious pattern.

The questions Gilad asks are worth, often necessary, to be asked, like: Who are those people that commit violence with Jewish symbols in the name of the Jews? Or: Why are Jews overrepresented in political bodies like in the UK and the USA? Whether or not the answers and references he provides are sound is another matter. Gilad springs into the eye of a taboo, namely criticism of the Jewish mainstream the mere mentioning of which is problematic, immediately noticable when I replace "mainstream" with e.g. "collective". It conjurs up dark shadows of the past, looming over the intellectual capacity of numerous observers.

To the merits of the book belongs the insight that the concept of Zionism does not cover the whole scope of the problem. Gilad himself does not come to a conclusion about where Zionist ends and something else starts, as he states in his summary: "For the Jewish state to lead a peace initiative, Israel must be de-Zionised - it should first stop being the Jewish State." (p 188). Yet despite some contradictions he recounts convincing evidence for the fact that Zionism is not such an important point in the Israeli discourse today, and that the creation of Israel logically led to a post-Zionist situation. As Professor Norton Mezvinsky put it: Gilad "expresses some thoughtful and creative ideas that should be seriously considered, regardless of agreement or disagreement."

Some of the Wandering Who's insights are inspiring, like the thesis that you can only understand in others what you carry in your self, although I don't understand why one would choose to schlepp an individual like Weininger all the way to this point. The Pre-TSS theme is also interesting, it reminds me of my family from whom I learned everything I know about Israel - Mum had always been so concerned that I could fall into depression after a creative high that she acted out of fear, like in Gilad Atzmon's Pre-Traumatic Stress Syndrome. The family "feared" I could do harm to myself or others and lived in the expectation of the catastrophe until they finally used violence. They invented a dogmatic group history to their advantage and thought they had special rights. This made them incredibly ruthless. I mention this because my family is not Jewish, and they know nothing about the Book of Esther, either. My point is that Gilad (again) came up with incidences of group behavior and power struggles, trying to sell it as specifically or typically Jewish.

As far as I can see, there is no pioneering book yet on power and group behavior from a socio-psychological perspective, classifying the kinds and levels of groups, like family, school class, peers, corporation, office, interest group, army etc. and specifying typical situations, scapegoat practices, mechanisms that lead to leadership, control of the mainstream opinion, competitive behavior as a product of group pressure, identity-building via enemy-making, initiation rituals, intentional vs. unconscious group behavior, the role of loyalty, the role of silence and hypocrasy, and all the other things that go without saying. In this book one would find elaborations on most of Gilad's interesting remarks. But can't those remarks still be applied to a Jewish mainstream? I'd say of course, this is what the fictitious deep group analysis is for, it summarizes individual cases. The primal object of observation, though, is group mechanisms and can never be the "essence" of a group. Gilad is not completely unaware of that, as he states at the end of his book: "However, Israel is not alone. As tragic as it appears to be, America and Britain have managed to willingly give up on temporality" (p 183) - after having defined "temporality" and having fitted it into his Jewish-ness theory.

There are important issues missing in the Wandering Who. As the principle question is what specifies Jews as a group and as part of larger societes one would expect the mentioning of the Christian ban on interest that enabled Jews to develop traditions in the financial sector while often being denied whole branches of alternative working opportunities. And when the subject of minority politics is touched upon in chapter 3 it solely reflects upon how (some) minorities (in a given situation) behave vis-à-vis the mainstream and not upon mainstream behavior towards minorities, like scapegoating, double standards or using the minority as a projection screen in self-denial. (Many argue that the fact is missing that the German industrial and systematic murder of the Jews is incomparable. Atzmon would with some right argue that this claim is one of the dogmas of the Holocaust religion and a symptom for the loss of temporality.) Israel Shamir points out: Atzmon "claims that Jews did not write any histories until the 19th century. This is not true: Abraham Zacuto produced his History of the Jews ('Sefer Yohassin') in the last decades of the 15th century, and this book is available on Amazon."

As both Gilad and me are musicians, literary writers, free thinkers and Middle East analysts, our paths have crossed several times in the last decade and a half. There is a remark on page 134: "I guess that 'turn the other cheek' is a valid way to defy the Old Testament's 'eye for an eye'. Turning the other cheek is commonly realised as a means to counter an aggressor. However, it maybe the only possible measure to dismantle the 'terror within', that aggression that brews inside us as we become vindictive. It can also be very effective in defusing our anger at an imaginary threat. We replace it with acceptance, we disarm ourselves. We give peace a chance." The remark made me ask Gilad if he had adopted pacifist attitudes now. He answered in an email: "I see myself as a devoted follower of Christ, and turning the other cheek is the essence of de-judification. I am not a pacifist. I support resistance. But I would argue that turning the other cheek is a privilege kept to the stinger." - I sat there mouth open, when I saw this fascinating contradiction. Where will Gilad go from here? He obviously digested a lot of input, and his definitions have become refined and more cautiously chosen over the years, see e.g.: "The notion of 'Jewish Power' could be confusing and misleading: it needs elaboration. When I discuss Jewish Power, I am strictly referring to the ability of Jewish interest groups to mount political pressure." (Silvia Cattori interview Sep 2011).

Gilad's leitmotif lies in the demand for opening the discourse, and this is indeed a central issue, especially when one considers the media situation in the awareness that war is always better for the media than peace because conflicts and power struggles simply sell better. Yet when in a long online talk last March the interviewer John Friend repeatedly talked about the "alleged Holocaust" Gilad did not object to this choice of words. His respective responses, however, presupposed the existence of the Holocaust. In the same interview he ascribed - half as a joke - special abilities in the field of self-marketing to Jews, listing some examples, among them, strangely, himself who is supposed to have left all these things far behind.

The most interesting thing about the Wandering Who in my opinion is on a meta-level, it is what the book catalyzed and the significance of the polarization. Gilad brought about a crisis, with all the insightful mirror criticism and hysteria that go with it. Depending on your sense of humor, a review of the Wandering feedback can be quite entertaining, especially as Gilad spells "free thinker" with a capital F, as can be observed e.g. in Danny Yee's remark: "Just to make sure he will have no friends anywhere, Atzmon also works in some criticisms of other forms of identity politics, notably of separatist feminists and the gay identity movement."

"Mirror criticism" is my expression for projections of self-criticism onto others. When, for instance, someone tries to dominate the discourse by accusing others of dominating the discourse. Or when you exclude (disavow) someone on the allegation that this person excludes people. Or when someone fixated on "anti-Semites" blames someone else for being fixated on "Jews". Some are hurt in their egos and, surprise, they see Gilad's big ego. Those, who allude to Atzmon's confusion, often are confused by his demand to not confine criticism on Zionism when discussing Jewish identities. What we get here is an unfettered view into the eco system of the Middle East discourse. Let's learn from that!

APPENDIX: LIST OF REVIEWS / ANHANG: LISTE VON REZENSIONEN (79)

- AbuKhalil, As'ad, et al (Mar 2012): Not Quite "Ordinary Human Beings"—Anti-imperialism and the anti-humanist rhetoric of Gilad Atzmon, http://threewayfight.blogspot.de/p/atzmon-critique_09.html
- Abunimah, Ali, et al (US Palestinian Community Network, 13 Mar 2012): Granting No Quarter: A Call for the Disavowal of the Racism and Antisemitism of Gilad Atzmon, http://wp.me/p1SPLk-jv
- Alcott, Blake (3 Feb 2013): To Shun or Bury the Hatchet? The Case of Gilad Atzmon, http://www.counterpunch.org/2013/02/01/the-case-of-gilad-atzmon/
- Atzmon, Gilad (21 Mar 2012): Right of reply: Gilad Atzmon responds to Palestinian writers, www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=469992
- Balles, Paul (4 Sep 2011): Book review, www.veteranstoday.com/?p=136893
- Barrett, Kevin (28 Sep 2011): Gilad Atzmon's The Wandering Who - a joyous affirmation of the end of identity politics, http://truthjihad.blogspot.de/2011/09/gilad-atzmons-wandering-who-joyous.html
- BBC Persian (9 Aug 2013): Interview with Gilad Atzmon, 30 mins, http://youtu.be/Ei0bC1s2Mqw
- Bell, Collin (1 Jan 2012): Sometimes the truth causes discomfort - a book review. www.gilad.co.uk/the-wandering-who/2012/1/1/collin-bell-sometimes-the-truth-causes-discomfort-a-book-rev.html
- Bell, Rosie (1 Oct 2011): Warm Endorsement, http://rosiebell.typepad.com/rosiebell/2011/10/warm-endorsement.html
- Bernstein, David (14 Mar 2012): Gilad Atzmon Update, www.volokh.com/tag/brian-leiter/
- Boyd, Soraya (5 Oct 2011): Courageous, fearless and creative, www.gilad.co.uk/the-wandering-who/2011/10/5/soraya-boyd-courageous-fearless-and-creative.html
- Bradley, Colin (30 Sep 2011): False accusations, http://chicagomaroon.com/2011/09/30/false-accusations/
- Carmody, Robin, et al (26 Sep 2011): Zero Authors' Statement on Gilad Atzmon, www.leninology.co.uk/2011/09/zero-authors-statement-on-gilad-atzmon.html
- Cattori, Silvia (27 Sep 2011): Gilad Atzmon talks about his latest book “The Wandering Who?”, www.silviacattori.net/article2070.html
- Coates, Andrew (30 Sep 2011): Atzmon and the Confederacy of Zionist Dunces, http://tendancecoatesy.wordpress.com/2011/09/30/atzmon-and-the-confederacy-of-zionist-dunces/
- Cohen, Ben (1 Feb 2012): The Big Lie Returns, www.commentarymagazine.com/article/the-big-lie-returns/
- Cook, William A. (Counterpunch, 16 Sep 2011): Tearing the Veil From Israel’s Civility, http://www.counterpunch.org/2011/09/16/tearing-the-veil-from-israels-civility/
- Cook, William A. (19 Mar 2012): PCN — “Disavowal” of Gilad Atzmon ? The Truth be damned!, www.deliberation.info/pcn-disavowal-of-gilad-atzmon-the-truth-be-damned/
- Corseri, Gary Steven (24 Mar 2012): Who Is Gilad Atzmon and Who Are We? A review of The Wandering Who?, http://dissidentvoice.org/?p=43539
- CST (15 Nov 2011): Gilad Atzmon: what you see is what you get, http://blog.thecst.org.uk/?m=201111
- Darab, Walid (7 Sep 2014): The Greed for Ilm Podcast. EP 87 - Gilad Atzmon, https://itunes.apple.com/us/podcast/the-greed-for-ilm-podcast/id632342938?mt=2
- Davidsson, Elias (14 Nov 2011): Book review, www.arendt-art.de/deutsch/palestina/Stimmen_Israel_juedische/davidsson_elias_atzmon_the_wandering_who.htm
- Dershowitz, Alan (4 Nov 2011): Why are John Mearsheimer and Richard Falk Endorsing a Blatantly Anti-Semitic Book?, www.newrepublic.com/article/politics/97030/atzmon-wandering-who-anti-semitism-israel, also: www.alandershowitz.com/gilad_atzmon.pdf
- Dysch, Marcus (19 Oct 2011): Fury over distribution of 'racist' Gilad Atzmon book, www.thejc.com/news/uk-news/56632/fury-over-distribution-racist-gilad-atzmon-book
- Endorsing blurbs in the book; quoted from www.gilad.co.uk/the-wandering-who/ in September 2014: Professor Richard Falk, Professor John J. Mearsheimer, Professor Francis A. Boyle, Professor Norton Mezvinsky, Professor William A. Cook, Marc H. Ellis, Gauden Sarasola (El Pais), Dr. Mazin Qumsiyeh, Greta Berlin, Ramzy Baroud (Palestine Chronicle), Karl Sabbagh, Dr. Samir Abed-Rabbo, Robert Wyatt, David Rovics, Eric Walberg (Al Ahram Weekly), Jonathan Moadab, Lauren Booth (Press TV), Greg Felton, Dr. Anthony Löwstedt, Jeff Blankfort, Professor James Petras, Dr. Makram Khoury-Machool, Gary Corseri, Inge Etzbach, Nahida Izzat, Dr. Oren Ben Dor, Kim Petersen (Dissident Voice), Dr. Kevin Barrett, Kathleen Christison, Dr. Paul Balles, Gordon Duff, Jeff Gates, Professor Garrison Fewell, Sameh Habeeb (Palestine Telegraph), Neil Berry (Arab News), Silvia Cattori, Professor William T. Hathaway, Dr. Paul Larudee, Rainlore's World of Music, Ken O’Keefe, Shahram Vahdany (MWC News), Richard A. Siegel, Sunny Singh, Roy Ratcliffe, Sheldon Richman
- Farber, Seth (May 2012): The Gilad Atzmon Conundrum, http://thestruggle.org/who_faber_review.htm
- Fewell, Garrison (30 Sep 2011): On The Wandering Who, www.gilad.co.uk/the-wandering-who/2011/9/30/garrison-fewell-on-the-wandering-who.html
- Finkel, David (Apr 2012): Atzmon's Mistaken "Identity", www.solidarity-us.org/node/3542
- Friend, John (24 Mar 2014): The Realist Report (Audio) - Gilad Atzmon: Jewish identity politics, www.therealistreport.com/2014/03/the-realist-report-gilad-atzmon-jewish.html
- Gabriel (Blogger) (29 Sep 2011): A few points on the occasion of the Atzmon saga going mainstream, http://jewssansfrontieres.blogspot.de/2011/09/few-point-for-occasion-of-atzmon-saga.html
- Gabriel (Blogger) (26 Nov 2011): Commentary on the "Philosophical Thinking" of Gilad Atzmon, http://jewssansfrontieres.blogspot.de/2011/11/commentary-on-philosophical-thinking-of.html
- Gardner, Mark (3 Oct 2011): From The Wandering Jew to The (new) Jewish Question, http://blog.thecst.org.uk/?p=3056
- Gardner, Mark (24 Nov 2011): Raise Your Banners & Karl Dallas: You're All 'Zionists' Now, http://blog.thecst.org.uk/?m=201111
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- Greenstein, Tony (5 Dec 2011): A Worthless Book - Devoid of All Originality, http://azvsas.blogspot.de/2011/12/review-wandering-who.html
- Halily, Yaniv (14 Nov 2011): The protocols of Gilad Atzmon, www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4147243,00.html
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