home   english   sitemap   galerie   artclub   orient online   jukebox   litbox   termine   shop
musik literatur journalismus bilder

ANIS ONLINE SPECIAL
WARHOL MEETS FRIEDMAN

06.06.2002

Bild 1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15   16   17   18   19   english version


Oben links, das ist Andy Warhol. Andy war Popkünstler und hat viele Collagen gemacht, z.B. mit Marilyn oder Elvis, Hermann Hesse und vielen anderen. Andy verfremdete die Bilder und machte aus ihnen etwas ganz Neues, weil sie zusammen in einem künstlerischen Zusammenhang standen. Man muss allerdings auch zugeben, dass er Lou Reed von den Velvet Underground dazu gezwungen hat, jeden Tag einen Song zu schreiben.
Und rechts, das ist Michel Friedman. Herr Friedman hat eine eigene Fernsehshow, wo er sich über politische Dinge unterhält. Außerdem ist er in verschiedenen Gremien in der Medienkultur und der zweite Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er findet es richtig, wenn man seine Meinung sagt, und Provokationen sind ihm lieber als Langeweile. Michel Friedman ist für Scharon. Leider wird er oft angegriffen, nur weil er Jude ist. Die Juden wurden früher von den Nationalsozialisten verfolgt. Michel Friedman kämpft gegen den Nationalsozialismus und den Antisemitismus in Deutschland und in der Welt.


Links sieht man Neonazis. Neonazis sind eine große Gefahr. Sie mögen keine Ausländer, und sie mögen keine Juden. Alle Parteien stehen zusammen, um gegen die Neonazis zu kämpfen. Und gegen die, die dafür anfällig sind. Jeder fünfte Deutsche kann so werden. Frauen und Männer. Herr Dr. Friedman sagt dazu: "Ich glaube, dass etwa 20% der Deutschen anfällig für rechtsradikales Gedankengut sind - und beileibe nicht nur Schlägertypen. Auch beim Champagnerempfang bemerke ich eine Enthemmung: Man distanziert sich zwar von Gewalt, aber zeigt viel zu viel Nachsicht für die Motive der Täter. Es ist ein Problem in Ost und West, jedoch tritt es in den neuen Ländern ausgeprägter auf." (http://www.super-illu.de/ politik/01942/index.shtml, URL nicht mehr aktiv)







Das ist Israel. Israel wurde 1948 gegründet, damit die Juden ein Zuhause haben, wo sie gegen den Antisemitismus geschützt sind. Herr Friedman sagt: "Es ist das religiöse Zentrum aller Juden. Es ist es ein wunderschönes Ferienland; ich bin oft dort. Schließlich ist Israel für mich die sichere Zuflucht, falls ich aus meiner Heimat vertrieben werde." (http://www.super-illu.de/ politik/01942/index.shtml, URL nicht mehr aktiv)





Dies hier ist Hamid Karsai. Hamid Karsai ist der Präsident von Afghanistan. Einmal war Michel Friedman bei ihm und hat ein Interview gemacht: "Oh Herr Karsai, Sie sehen wirklich großartig aus!", hat Michel Friedman gesagt, und Herr Karsai hat geantwortet: "Sie sehen aber auch großartig aus, Herr Friedman." Auch die Fernsehzuschauer waren beeindruckt: So viel Anmut, zusammen mit so viel Kulturverständigung. Das war schön.



Dieses bekannte Freizeitmagazin hat im März geschrieben, dass Michel Friedman von allen Deutschen am Besten gekleidet ist:
"The German edition of Playboy named a prominent Jewish leader as the country's best-dressed celebrity. Michel Friedman, vice president of the Central Council of German Jews, is a controversial member of the Christian Democratic Party and a well-known television talk show host. "His sense of style and feeling for color almost make him into an exotic person," Playboy wrote of bachelor Friedman, 46, who it said owns several hundred ties and not even one shirt that doesn't take cuff-links. Friedman also is managing director of the bi-weekly magazine Juedische Allgemeine. (19.03.02, http://www.jewish.co.uk/news190302.php3, URL nicht mehr aktiv)

Der am besten gekleidete Staatsmann der Welt hingegen ist Hamid Karsai.

Das ist Europa, wo wir leben. Es ist unser Mutterkontinent. Herr Dr. Friedman meint: "Die Europäer sind Heuchler"
"Im Gespräch mit SPIEGEL-Redakteur Hans Hoyng kritisiert Michel Friedman, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, die politische Haltung der Europäer gegenüber Israel und fordert eine globalere Betrachtung des Nahost-Konfliktes."
"Europa hat sich stets gescheut, die arabische Welt - und hier vor allem die Öllander - heftig zu kritisieren, auch wenn es sich dabei um Diktaturen handelt", meinte Friedman am Montag in Berlin. Seine Forderung: Auf die arabischen Staaten müsse ebenso viel politischer und diplomatischer Druck ausgeübt werden wie auf Israel. Nur Demokratisierung und die Abkehr vom Terrorismus in allen arabischen Ländern könnten weltweit die Basis schaffen für erfolgreiche Verhandlungen im Nahost-Konflikt." (www.spiegel.de/sptv/thema/ 0,1518,191115,00.html, URL nicht mehr aktiv)


Hier links, das ist Ministerpräsident Roland Koch. Herr Koch und Herr Friedman sind Parteikollegen in der CDU in Hessen. "Friedman", hat Koch gesagt, "ist immer in Gefahr, mehr zusätzliche Konflikte zu schüren, als er eindämmt." www.stern.de/politik/koepfe/artikel/?id=223631
Aber vielleicht hat er es anders gemeint, als er es gesagt hat. Obwohl, warum sollte er?



Und das ist Herr Karsli. Herr Karsli ist arabischer Deutscher. Von den Grünen ging er zu Herrn Möllemann in die FDP, weil die Grünen sich verändert haben. Jetzt mag ihn die Presse nicht mehr. Karsli hatte einmal von "Nazimethoden" gesprochen wegen Jenin und sich dafür erst hinterher entschuldigt. Aber einige fanden, dass er noch mehr schlimme Sachen gesagt hat. Natürlich darf man ja Scharon kritisieren, aber man darf nicht ungezogene Sachen sagen, sonst verliert man sofort alles. Man darf zum Beispiel sagen, dass Scharon schlechte Methoden hat, weil unschuldige Bürger manchmal dabei getötet werden. Die allerdings haben im israelischen Volk nur wenig Sympathien, weil sie keine Demokratie haben. Aber diese Menschernechtler sind ja sowieso meistens Antizionisten und gönnen den Israelis überhaupt nichts. Das kennt man ja.


Hier, das ist Jürgen W. Möllemann. Herr Möllemann mag Karsli und ist gegen Scharon. Das ist aber nicht der Grund, warum er so unbeliebt ist, sondern Antisemitismus. Die Presse sagt, die Deutschen finden, Herr Möllemann muss sich mehr und öfter bei Herrn Friedman entschuldigen. Schon am 8. April 2002 war Friedman für Fairness: "Möllemann, zieh Leine!"
"Michel Friedman, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat eine faire Auseinandersetzung mit dem israelischen Vorgehen gegen die Palästinenser gefordert."
"In der Sendung "Maischberger" bei n-tv bekräftigte Möllemann seine Kritik an Israel. Die Politik des israelischen Ministerpräsidenten sei "kriegstreiberisch". Israel müsse deshalb mit Sanktionen belegt werden. Zugleich wiederholte er seine Ansicht, wonach jedes Land das Recht habe sich zu verteidigen. An den Zentralrat der Juden in Deutschland gerichtet sagte er: "Es ist schon gefährlich, wenn der Zentralrat jeden Scharon-Kritiker gleich zum Antisemiten erklärt." (http://www.n-tv.de/3002914.html, URL nicht mehr aktiv.)




Das ist Adolf Hitler. Er ist an allem Schuld. Hitler wollte die Juden ausrotten und hat 6 Millionen Juden umgebracht. Er hat einen Weltkrieg gemacht und alle ins Verderben geführt. Deshalb ist Antisemitismus jetzt verboten. Der SPIEGEL denkt, dass Herr Möllemann so sein könnte wie Hitler, weil er zu Michel Friedman gesagt hat, er würde zusätzliche antisemitische Konflikte schüren, so ähnlich wie Herr Koch es gesagt hat.





Hier sieht man Herrn Schröder beim Wahlkampf-Auftakt. Der Bundeskanzler hat Herrn Friedman eingeladen, um zu zeigen, dass Hitler bei uns keine Chance bekommt. Die Fotografen haben Herrn Friedman fotografiert, und Herr Friedman hat Herrn Schröders Frau auf die Wange geküsst. Das fanden alle gut. Marius Müller-Westernhagen war dieses Mal nicht dabei.






Das da oben sind deutsche Journalisten, denen Herr Friedman gerade erklärt, warum der Nationalsozialismus für die Juden so schlimm war. Jetzt helfen sie ihm gegen den Antisemitismus. 100 Journalisten haben einen Brief geschrieben. Die Würde des Menschen ist unantastbar, haben sie geschrieben. Und dass die Demokratie in Gefahr ist. Es gebe auch bereits wieder Anschläge auf Synagogen. Die FR schrieb am 04.06.:"Das Recht auf Kritik an der israelischen Besatzungspolitik ist unbestritten. Wer behauptet, es sei ein Tabu, diese Kritik zu äußern, verfälscht die Realität. Er benutzt das alte antisemitische Klischee vom Juden, der die öffentliche Meinung kontrolliert. Dabei weiß er, liest er und sieht, dass es das Tabu nicht gibt: Die israelische Politik wird in den deutschen Medien ausgesprochen kritisch begleitet."
Zu den Erstunterzeichnern zählen ORB-Intendant Hansjürgen Rosenbauer, die Chefredakteure des ARD, BR, HR, SFB, ORB, SWR, SR, Hartmann von der Tann, Sigmund Gottlieb, Manfred Krupp, Petra Lidschreiber, Johannes Unger, Michael Zeiß, Elke Herrmann, ARD-Hauptstadtstudio-Leiter Thomas Roth und Börsenmoderator Frank Lehmann. Zeitungsjournalisten wie FR-Chefredakteur Jochen Siemens, Zeit-Herausgeber Josef Joffe, Tagesspiegel-Mitherausgeber Hellmuth Karasek und Spiegel-Autor Henryk M. Broder haben ebenso unterschrieben wie Schauspielerin Hannelore Hoger, Autorin Eva Demski und Filmemacher Rosa von Praunheim. Als nächstes kommen Demonstrationen gegen Antisemitismus und gegen Möllemann und Karsli, die Michel Friedman rassistisch angegriffen und verletzt haben.





Hier sieht man Bundespräsident Rau. Michel Friedman hat zu ihm gesagt, er solle auch den Antisemitismus bekämpfen. Er soll sagen, ob Möllemann Recht hat oder er.



Das ist die UNO. In der UNO sind alle Nationen, die ganze Menschheit. Wenn es Streit in der Welt gibt, dann entscheidet die UNO, was gerecht ist. Die UNO hat schon vor vielen vielen Jahren gesagt, dass Israel aufhören soll, die Palästinenser zu besetzen und zu unterdrücken. Einige Jahre war die UNO sogar so wütend, dass sie den Zionismus Rassismus genannt hat. Israel hingegen befolgt die UNO-Resolutionen nicht, weil die Israelis mehr Rechte haben als andere Menschen. Sie haben ein "Sonderverhältnis".

Hier rechts, das ist Herr Scharon aus Israel. Ariel Scharon ist der Ministerpräsident von Israel. Er wird von allen sehr kritisiert, aber das macht ihm nichts, denn er ist eine starke Persönlichkeit. Er hat gesagt, dass er Arafat damals schon hätte umbringen sollen. Scharon schickt manchmal seine Panzer zu den Palästinensern. Dann macht er Ausgangssperren und Durchsuchungen und Erschießungen. Weil es dort Terroristen gibt. Früher haben seine eigenen Leute ihn zurückgehalten, weil er so brutal ist.

Obwohl er so viel zu tun hat, hat Herr Scharon sich auch eingeschaltet und gesagt, dass er bereits besorgt darüber ist, dass die Juden in Deutschland nicht in Ruhe gelassen werden. Das war den Deutschen ganz schön peinlich.



Dieses Foto zeigt ein palästinensisches Kind, das in Jenin getötet wurde. Wenn das Bild überhaupt echt ist. Die Palästinenser haben nämlich eine Opferrhetorik. Das heißt: Sie machen aus einer Mücke einen Elefanten. Von den Attentaten habe ich gerade kein Foto, obwohl es besser wäre, weil das Mädchen wegen der Terroristen getötet wurde (wenn überhaupt palästinensische Kinder getötet wurden!). Jedenfalls leiden beide Seiten, nicht nur die Palästinenser.


Das ist Außenminister Fischer in Israel, leicht verfremdet. Hier sieht man ihn mit der "Kipa", der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung für Synagogen. Herr Fischer wird von den Palästinensern und von den Israelis für seinen Mut und seine Tatkraft geliebt. Weil er es geschafft hat, das komplexe Beziehungsgeflecht zu verstehen und zu allen gut zu sein, ohne die Dinge dabei durcheinander zu bringen.






Das ist Herr Westerwelle in Jad Vaschem. Alle Politiker gehen an diese Gedenkstätte und schreiben dort Worte in ein Buch. Herr Westerwelle hatte es schwer in Israel, weil Herr Scharon geschimpft hat. Au weia! Auch ein Freund von den Grünen in der Meretz-Partei hatte seinen Termin abgesagt, weil er mit Antisemiten nichts zu tun haben will. Die Palästinenser haben kein Jad Vaschem, zu dem alle gehen, weil sie ja auch keinen Holocaust hatten.




Hier ist Arafat. Er hat viele strategische Fehler gemacht. Ramallah hat er gerade noch überlebt, aber viele mögen ihn nicht, weil er den Friedensnobelpreis bekommen hat. Dabei wird er von Scharon für den Terrorismus verantwortlich gemacht. Er muss für Ruhe sorgen! Er muss endlich mit den antijüdischen und antizionistischen Gedanken aufhören und sich bei allen entschuldigen und weggehen. Hier sieht man ihn mit einem umstrittenen deutschen Politiker in unmittelbarem freundschaftlichen Körperkontakt.


                                  hoch