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heft 19
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GARANTIERT NICHT SUBVERSIV
bambus # 127 - anis 08.08.01

dieser text ist mit sicherheit - nicht subversiv - ich habe diesmal - ganz genau aufgepasst - bin jeden satz noch mal sorgfältig durchgegangen - und habe alles bereinigt - was auch nur entfernt - zweideutig sein könnte - habe mir jegliche anspielungen versagt - und mich an die genaue - information des textes gehalten - warum? - sie fragen mich warum? - ich könne doch schreiben - was ich wolle? - na sie haben vielleicht nerven - wissen sie eigentlich - was passiert - wenn ich einfach so schriebe - was ich wollte? - was da los wäre? - und ist auch schon okay - vielleicht kucken ja kinder zu - ich pass da natürlich drauf auf - klar - muss ich ja - praktisch von amts wegen - und es gibt auch wirkliche schweinereien - manche leute verstecken zum beispiel - radikale botschaften - in ihren texten - denken sie mal an frank zappa - hello people i'm bobby brown - verstehen sie? - wie das daherkommt -- naja und es ist so - ich habe tatsächlich - in der vergangenheit - ein paar sachen geschrieben - wo die leute gesagt haben: - ja darf man das denn machen? - sie selbst hatten alle nichts dagegen - aber sie wussten nur nicht - ob der blockwart... - ha! - haben sie es bemerkt? - da hätte ich beinahe gerade auf frischer tat - etwas subversives geschrieben - das lasse ich da mal so stehen - als abschreckendes beispiel - puh, das war knapp - ja, so rutscht man leicht in so was rein - jedenfalls früher - also ich habe schon ein paar - also das waren ganz schöne klötze - ha! - zum beispiel dieser... - nee is jetzt egal - lange her - in manchen bambusheften - machte ich anspielungen auf - ka be - na sie wissen schon - was? - nee - nicht: - kein beinbruch - das andere - ja - king boy - okay - ich habe das mal gesagt - in anlehnung an die bekannte - norwegische sage - die auch von grieg vertont wurde - über - äh - king boy - eine art volksmärchen - oder folklore - ich habe das - für meine zwecke missbraucht - geb ich zu - deshalb sage ich das alles hier ja auch - als eine art bekenntnis - als eine art - naja - ich will auch mal ehrlich sein - nur einmal offen sprechen dürfen - da ist wohl nichts gegen einzuwenden -- also ich habe diesen ganzen text abgesucht - nach dingen - die jemanden provozieren könnten - ob ich zum beispiel minderheiten verunglimpft habe - wie üblich - oder ob ich geschichtliche daten gefälscht habe - wie ich es oft tat - irgendwelche sauereien gegen die obrigkeit - schmutzige wörter - persönliche eigennamen - personalpronomen - naja okay - ich habe wieder in dieser ich-form geschrieben - darf man ja eigentlich nicht - weil - da ist das lyrische ich - und der autor - das sind zwei ganz unterschiedliche sachen - ich krieg das manchmal nicht ganz auf die reihe - ich übe noch - habe natürlich auch aufgepasst - dass ich nix heraufbeschworen habe - mit der voodoo-nummer - sodass die leute keine angst kriegen müssen - auch die textstellen rausgenommen - die schlecht auf jugendliche wirken könnten - mir jeglichen sexismus gespart - sämtliche anzüglichkeiten gestrichen - sowie die beleidigungen - habe es dann sofort der prüfstelle - für zu prüfende angelegenheiten - unterbreitet - und nun ist der text so clean - dass die queen ihn lesen könnte - und ihre mom - man kann das praktisch - einfach so in die öffentlichkeit geben - ohne altersbeschränkung - es in altenheimen - verlesen lassen - in kirchen oder - shopping-malls - so perfekt ist dieser text - auf das publikum zugeschnitten - welches völlig ohne erwartungshaltung - an ihn herangegangen ist - dass ich ihn beinahe - schon wieder scheiße finde