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DAS KROKODIL AUF DER GORCH FOCK (Part 4)
bambus # 147 - anis 25.08.01 - für j.s.

das krokodil aus kiel - das lebte ohne ziel - im nordostseekanal in der wik - es hörte krokodilsmusik - und fraß forellen in aspik - es war bekannt - im ganzen land - dass kroko unersättlich war - doch blieb er meistens unsichtbar - versteckt im nordkanal - und stieg er aus dem wasser raus - war das total fatal - denn er war kannibale - und fraß weit mehr als aale - wie jedes kind wohl weiß - er fraß die nuss mit schale - und straziatella-eis - den fuß mit der sandale - die eisenbahn mit gleis - ganz ohne fleiß - aus reiner gier - es war ein hungriges getier - wenn du es hörst - dann rette dich - dass du es bloß nicht störst - gleich schnappt es dich - du merkst es nich - und leg das amulett ans bett - sonst kommt das krokodil - das krokodil aus kiel -- samstags hat es lang geschlafen - lief gewöhnlich dann zum hafen - um dort zu flanieren - nebenbei ein kleines frühstück zu organisieren - aus dem trockendock - aber sieh doch, die gorch fock - läuft gerade aus! -- kroko sprang gleich hinterher - delikater schmaus - seekadetten schmecken sehr - ganz besonders frisch vom meer - besser als zu haus -- dem reptil gelang es - sich hangelnd - an der angel - an bord des schiffs zu bringen - wie konnte das gelingen? - da stand er vor dem kommandant - der hat das tier sogleich erkannt - die mannschaft kam schnell angerannt - und war von dem reptil gebannt - bis einer dann die worte fand: - ich denk, ich glaub, ich schiel - das ist das krokodil - das krokodil aus kiel -- die seeleute waren ganz aufgeregt - da! nun hat es sich bewegt - was sollen wir nur machen? - schon verschwand in krokos rachen - der maschinentelegraf - er schmeckte etwas scharf - nach messing - dies komische ding - doch fing - der spaß erst an - wie in der geisterbahn - dem kapitän gings bis ins mark - an diesem sommertag - es war seine letzte fahrt auf der bark - er hatte keinen bock - auf der gorch fock - zu enden - nur konnt er keinen funkspruch senden - denn die vorspeise betraf - bereits den telegraf - darauf war der kroko scharf - es gab auch kein handy - das trug nur der dandy - so schien die besatzung verloren - und das reptil fraß unverfroren - die ohren - der matrosen - ohne salz und soosen - der kapitän blieb ungeschoren - denn er hatte glück - nach dem ohrenschmaus wollt kroko schnell wieder zurück - nach hause in die wik - in seinem bauch war krieg - das messing machte ihn ganz platt - zum ersten mal war er richtig satt - und sprang ohne ein wort - von bord - nach unten auf den hafengrund - er sank wie blei - und war nicht frei - und er war nicht gesund - er schlief ne volle halbe stund - und schwamm dann zum kanal - schon wieder ein skandal! -- is wieder wind - is wieder wind - das krokodil liebt jedes kind - es frisst gern schokolade - und erdbeer-marmelade - das leben wär sonst fade - das wäre viel zu schade - das krokodil ist gruselig - wenn du es siehst, dann gruselts dich - es sorgte für nen schock - auf der gorch fock -- die kieler warn ganz duselig - als sie es in der zeitung lasen - ist ja ungeheuerlich - das freut uns nicht - einigermaßen schauerlich - und absolut bedauerlich -- der käptn wurde interviewt - und der erinnerte sich gut - an seine letzte fahrt - das war ja ganz schön hart - es klang zwar allzu sehr - nach samstags-seemannsgarn - und doch wollte so schnell kein schiff mehr - in den kieler hafen fahrn - man war davon nicht angetan - denn dort verloren - matrosen die ohren - bis auf den kapitan - der zeigte sich schockiert - und ist nach norfolk emigriert -- und wanderer kommst du nach kiel - hüte dich vor dem krokodil - es frisst unglaublich viel