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die jungs cd
DIE JUNGS: FRANKLIN
Staffel 2
(English version)

Helmut: Home, sweet home. Oh, Heinz, du? Ich habe erst am Abend mit dir gerechnet.
Heinz: Ja, ich bin schon eine halbe Stunde hier. Das Seminar war früh aus. Und du? Großeinkauf?
Helmut: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.
Heinz: Bei vier vollen Einkaufstüten denke ich erst mal nicht ans Sparen, eher ans Ausgeben.
Helmut: Ich hab auch was für dich gekauft, hier: Käse aus der Sprühdose. Das ist der Börner.
Heinz: Danke. Schon erstaunlich, wie du in kürzester Zeit die Wohnung so vollmüllen kannst.
Helmut: Übung. Und ein bisschen Talent gehört auch dazu.
Heinz: Gute Laune hast du wenigstens. Und womit hast du den Rieseneinkauf bezahlt?
Helmut: Aha! Jetzt kommen wir der Sache schon näher.
Heinz: Und könntest du diese alten Springerstiefel bitte vom Tisch nehmen!
Helmut: Moment, Moment. Eins nach dem anderen.
Heinz: In diesem Fall bitte zuerst die Stiefel.
Helmut: Das sind nicht irgendwelche Stiefel. Die wurden dem Feind abgenommen.
Heinz: Ach so. Das ändert natürlich alles.
Helmut: Mach dich nur lustig. Aber ich sag dir mal was: Das sind echte Taliban-Treter aus Kandahar.
Heinz: Zuzutrauen ist es dir. Und das Gewehr auf dem Balkon passt ja auch dazu.
Helmut: Oh, äh, das. Probier doch mal den Käseschaum!
Heinz: Helmut, da ist ein Gewehr auf dem Balkon. Ist das deins?
Helmut: Nee, das gehört Franklin. Tut mir leid, das war ein kleiner Patzer.
Heinz: Und wer ist Franklin?
Helmut: Ein Freund. Er ist bei den Truppen.
Heinz: Bei welchen Truppen?
Helmut: Na, DEN Truppen, Mann. Die Amerikaner!
Heinz: Ist das Teil deiner aktuellen Jobsuche?
Helmut: Ganz genau! Hab' ihn vorgestern beim English Round Table kennen gelernt. Faszinierender Mann!
Heinz: Wieso bekomme ich plötzlich so ein komisches Gefühl im Magen?
Helmut: Ach, du und deine Vorurteile gegenüber dem Militarismus. Das ist doch lächerlich.
Heinz: Das letzte Mal, als du mit „den Truppen“ zusammengearbeitet hast, hast du aus unserer Wohnung ein Waffenlager gemacht.
Helmut: Das war doch nur vorübergehend!
Heinz: Diese Kanister im Keller …
Helmut: Schwamm drüber! Das ist lange her. Franklin ist wirklich in Ordnung.
Heinz: Was ist das überhaupt für ein Name?
Helmut: Ich glaube, es ist sein Vorname. Vielleicht ein Doppelname, keine Ahnung.
Heinz: Und was sollst du für ihn machen?
Helmut: Es geht im Wesentlichen um Datenerfassung. Metadaten und so.
Heinz: Metadaten, was für ein Quatsch ist das jetzt wieder?
Helmut: Na ja, derzeit erfahren die USA einen leichten Sympathie-Verlust in der Welt.
Heinz: Tatsächlich? Ist mir gar nicht aufgefallen.
Helmut: Daher ist eine Charme-Offensive angebracht.
Heinz: Ja, oder warum nicht eine Charme-Attacke? Mit Smiley-Drohnen.
Helmut: Genau um diese Art Zynismus geht es uns. Wir wollen das Ansehen der USA wiederherstellen.
Heinz: Aha, ihr wollt also Obama nach Den Haag bringen.
Helmut: Quatsch, bist du verrückt? Du, sag bitte nichts gegen Obama, solange Franklin hier ist.
Heinz: Er ist hier?
Helmut: Im Gästezimmer, schläft seinen Rausch aus.
Heinz: Nach der nächtlichen Ballerei auf dem Balkon.
Helmut: Genau, woher …?
Heinz: Nur eine inspirierte Vermutung. Und worauf habt ihr geschossen?
Helmut: Tontauben.
Heinz: Aha.
Helmut: Na ja, wir hatten keine richtigen Tontauben. Da mussten wir Ersatz finden.
Heinz: Aber nicht die Teller, oder?
Helmut: Nee, Quatsch. Die Rauchmelder.
Heinz: Die Rauch- …?
Helmut: Die haben sowieso genervt. Die blinken nachts immer, die Scheißdinger.
Heinz: Und da habt ihr mal eben so die ganze Elsa-Siedlung zugeballert.
Helmut: Das war geil. Komm, wir wohnen schon seit Wochen hier und sind nie unangenehm aufgefallen.
Heinz: Du beeindruckst mich immer wieder, Helmut.
Helmut: Danke, aber wir haben sie nicht mal getroffen. War zu dunkel.
Heinz: Und die Taliban-Latschen?
Helmut: Sind ein Geschenk für mich. Unglaublich, oder? Selbst geschossen und durch den Zoll gebracht!
Heinz: Ja, unglaublich.
Helmut: Da kann die Merkel sich mal was von abschneiden.
Heinz: Meinetwegen kannst du ihr die Dinger auch vollständig zuschicken.
Helmut: Endlich habe ich wieder einen Job! Die zahlen ja ein Schweinegeld, die Amis.
Heinz: Ich hörte davon.
Helmut: Und Franklin hat wirklich Ahnung. Zum Beispiel bei Star Trek.
Heinz: Was für eine bessere Qualifikation kann man sich wünschen!
Helmut: Jetzt hör doch mal zu. Du weißt doch, dass die da Holo-Decks haben, Warp-Kerne und Beamen und so.
Heinz: Jaaa?
Helmut: Ja, aber sie haben keine Koffer mit Rollen!
Heinz: Was ist?
Helmut: Ja, die schleppen da schwere Koffer, wenn sie verreisen, trotz all ihrer Technik!!
Heinz: Jetzt verstehe ich. Franklin muss genial sein. Hat er noch mehr offenbart?
Helmut: Ja, im Römer-Film „Gladiator“ sieht man Treckerspuren auf einer Wiese.
Heinz: Ein Weiser!
Helmut: Hey, machst du dich über Franklin lustig, nur weil er schwarz ist?
Heinz: Ich wusste gar nicht, dass er schwarz ist.
Helmut: Ja ja, Ausreden, wie üblich. Deshalb müssen wir ja etwas unternehmen.
Heinz: Du ausgerechnet. Zu Chinesen sagst du „gelbe Säcke“.
Helmut: Das ist doch nur Spaß.
Heinz: Die Franzosen nennst du …
Helmut: Komm, spar dir das! Lass uns froh sein, eine Lichtgestalt wie Franklin im Haus zu haben.
Heinz: Super. Dann schlag ihm doch gleich vor, hier einzuziehen.
Helmut: Oh Heinz, das ist so nett von dir!
Heinz: Wie bitte?
Helmut: Franklin braucht für ein paar Tage eine Bleibe und ich hab' gesagt, dass du bestimmt nichts dagegen hast.
Heinz: Nicht dein Ernst.
Helmut: Du bist ein echter Freund, Heinz!

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