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DIE DICHTER (11): SALIMA DIE HEILE
leute vom diwan - fieber, wut und wahn - mit nem kribbeln fängt es an - dann überkommts den ganzen mann - mein vorredner hats so gesagt - und mich beim frühstück schon geplagt - mit seinen obsessionen - er sollte uns verschonen - diese lüsternheit nach krieg - die den höchsten berg bestieg - ist doch nicht gescheit - sie bringt den menschen übelkeit - verlust und angst und leid - er lockte die gaffer - mit seiner metapher - vom reinigenden regen - ja von wegen! - kriegsgewitter reinigt nicht - es schlägt wunden ins gesicht - wer gewalt derart verklärt - hat sich lang davon ernährt () was wir von uns selbst verstecken - werden wir im feind entdecken - dies entlastet von der bürde - einer selbstkritik - also opfern wir die würde - für den nächsten krieg - der blick in den spiegel ist schmerzhaft und schwer - doch gleichzeitig brennt unser herz so sehr - wir drehen den spiegel ein kleines stück - und sehn jemand anderen, das ist der trick -- diese realität - sah schon der prophet - als er mit einer kleinen schar - in mekka in bedrängnis war -- sie wurden verspottet und angegriffen - getreten, verachtet und ausgepfiffen - man sah in muhammads führergestalt - die tiefere ursache für die gewalt -
die mekka damals plagte - weshalb man die muslime bald - von diesem ort verjagte - muhammad erkannte die aktion - als unbewusste projektion - und ließ sich nicht beirren - von den kriegerischen wirren - die grassierten wie ein fieber - frieden war dem manne lieber - so entzog er sich ganz klar - der großen ansteckungsgefahr - von täuschung und von mord - "frieden ist das wort - eines barmherzigen herrn" - diesen koranvers zitiere ich gern - gegen selbstjustiz und hetze - brachte der islam gesetze - gegen folterung und qual - gab er uns eine moral - jetzt liegts an uns und dem guten willen - diese form mit sinn zu füllen - denn von nachdenklichen stunden - sind wir keineswegs entbunden - es ist nicht nur der sufis rat - den dschihad - bei jeder tat - an sich selbst zuerst zu testen - statt die andren zu verdammen - das gelingt nur unsren besten - also fasse ich zusammen: - möchtest du in frieden leben - musst du andren frieden geben