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ANMERKUNGEN ZU DEN TEXTEN VON "DIE DICHTER"
(1) "diwan": a. versammlungsort, b. register, c. rat, ministerium, d. gedichtband - "abu nuwas" (starb 815): berühmter arabischer stadt- und hofdichter in bagdad

(2) "wesire": etwa wie minister - "malaka": besondere gabe

(3) "exegeten": ausleger, erklärer - "hadith": muhammads worte und ihre überlieferung - "siegel der propheten": nach islamischem glauben war muhammad der letzte der propheten - "von mekka nach medina": die auswanderung von 622, das jahr eins des islamischen kalenders - "kolloquium": (wissenschaftliches) gespräch - "equilibrium": gleichgewicht, balance

(4) "abbasiden": kalifenfamilie, die zwischen 750 und 1258 in bagdad lebte - "gundashipur und hamadan - nihawand kerman churasan" städte und gebiete im iran - "sibawaih" (starb ca. 796): iranischer linguist, der die arabische nationalgrammatik schrieb - "barmakiden": einflussreiche iranische politikerfamilie am abbasidenhof, fielen 803 in ungnade

(5) "dschinnen": aus feuer geschaffene wesen, laut koran mit den menschen verwandt - "adab": a. literatur, b. gute sitten - "wo aber liegt die gründlichkeit - in schriftlich- oder mündlichkeit?": diese frage hat die araber besonders in frühislamischer zeit sehr beschäftigt, wegen der autorität des trägers von texten, vor allem hadithen

(6) "vielleicht entstammt die rätsel-rubrik - der griechischen logischen mathematik": aristoteles und die griechen waren zu dieser zeit bereits in die eigene kultur integriert - "geschichten von wichten - die tragisch ihr los beginnen - und schließlich der not entrinnen": eine literaturgattung, die kurz zuvor in bagdad von tanukhi (starb 994) vorgestellt worden war, siehe at-tanukhi: ende gut, alles gut. das buch der erleichterung nach der bedrängnis. übersetzung arnold hottinger, zürich 1979

(9) "anis heißt der, der unterhält": wie bei einigen anderen dichtern wird die wortwurzel des namens beschrieben. von der wurzel '-n-s stammt auch das wort "insan" für mensch, der mensch ist demnach laut arabischer semantik durch zahmheit und gemeinschaft charakterisiert - "chusistan": iranische provinz mit der hauptstadt ahvaz - "franken" (auch in nr. 13) damit sind europäer gemeint, der begriff wurde später zum standard für die bezeichnung der kreuzfahrer - "laute": diese frühe gitarre geht auf das arabische instrument al-'ud zurück, von der der name stammt - "abu l-faradsch al-isfahani - autor des kitab al-aghani" starb 967 in bagdad

(10) "byzanz": das oströmische reich, das mit der eroberung von konstantinopel durch die osmanen 1453 endete - "al-mansur": zweiter kalif der abbasiden, er gründete bagdad am 1. august 762 - "sufis": die mystiker des islam - "dschihad": komplexer begriff aus dem koran, dessen bedeutung von selbstreinigung bis zum kampf gegen äußere feinde reicht

(11) "seldschuken": türkische dynastie, die 1055 bagdad eroberte - "frieden ist das wort - eines barmherzigen herrn": koran sure 36 vers 58

(12) "andalusien": das arabische spanien zwischen 711 und 1492 - "bujiden": schiitische iranische dynastie, die 945 bagdad eroberte. der (abbasidische) kalif hatte seitdem kaum noch politische macht und war beschränkt auf das amt des geistlichen oberhaupts der muslime, das ihm zudem von den gegen-kalifen in kairo und cordoba streitig gemacht wurde. die bujiden wurden von den seldschuken in bagdad abgelöst - "fatimiden": schiitische dynastie von 909 bis 1171 in nordafrika. 973 wurde die neu erweiterte stadt kairo zur hauptstadt der fatimiden - "umajjaden": frühislamische kalifendynastie, die von den abbasiden 750 abgelöst wurde und sich ins ferne andalusien absetzte, wo sie neuen glanz erreichte - "qaside": arabische gedichtform - "abdu r-rahman der dritte": errichtete 929 das kalifat von cordoba in andalusien, das bis 1031 bestand hatte

(13) "die ersten verse": in vorislamischer zeit trafen sich die arabischen stämme alljährlich in mekka. man hielt einen dichterwettstreit ab und kürte jedes jahr einen sieger. die wichtigsten dieser "mu'allaqat" genannten gedichte sind überliefert - "gold des südens": afrikanisches gold war im islamischen mittelalter legendär, besonders nachdem könig mansa musa aus mali 1324 nach kairo und mekka gereist war, wobei er unvorstellbare summen ausgab. goldabbau gab es auch schon zu luqas zeit, also 320 jahre zuvor - "tuareg": berbervolk in der sahara - "samarkand": stadt in usbekistan - "ne kurze frist": jerusalem stand vor großen problemen: am 18. oktober 1009 zerstörte der sechste fatimiden-kalif al-hakim die grabeskirche in jerusalem. die christlichen kreuzzügler aus europa beriefen sich unter anderem auf diesen vorfall. 1099 eroberten sie jerusalem in einem fürchterlichen blutbad - "beichte": dieses wort lässt erkennen, dass luqa (= lukas) christ ist